Edguy - Monuments (2017)

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The Count
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Edguy - Monuments (2017)

Beitrag von The Count » Freitag 15. Dezember 2017, 02:15

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Ein Best Of der anderen Art. Normalerweise sind Best Of Alben ein von Haus aus überflüssiges Sammelsurium. Werden hier doch so gut wie nie die Besten Hits, sondern nur die kommerziell erfolgreichsten Titel auf eine Platte gepresst, die ohnehin niemand braucht. Schließlich haben Edguy nicht zum ersten mal eine Best Of Scheibe veröffentlicht und jeder Fan hat sowieso alle Studio Alben zuhause.

Doch Tobias Sammet und seine Truppe sind ja auch nicht auf den Kopf gefallen und bedienen sich dem neuerdings schon gängig werdenden Appetithappen. Wie bringt man eine überflüssige Best Of am besten an den Mann? Richtig, man packt noch ein paar komplett neue Songs dazu, die sonst auf keinem Album zu finden sind oder je zu finden wären. Schon ist ein Sinn im Unsinn gefunden, der wieder Geld bringt.
Meist sind diese neuen Songs eher lieblos, qualitativ gering und lediglich als Mittel zum Zweck mit an Bord, so das man auch als Kenner eigentlich nicht mehr auf die Cash Cow herein fallen sollte.

Dennoch, auf "Monuments" sollte man einen Blick werfen, denn Geldmacherei hin oder her, die 5 neuen Songs sind großartig geworden und stellen keinesfalls ein unnötiges Füllmaterial dar. Darüber hinaus gibt es noch ein unveröffentliches Überbleibsel des ersten Edguy Albums "Savage Poetry." Streng genommen kann man hier also sogar von 6 neuen Songs sprechen. "Reborn in the Waste" klingt natürlich ziemlich roh und ganz eindeutig nach den Anfangszeiten der Power Metaller. Trotzdem hat das Ding seinen Charme und ist als ältester - alt/neuer/unveröffentlicher Song erst ganz am Ende des Albums zu finden.

Doch Sprung ins Hier und Jetzt: "Ravenblack" hätte auch durchaus auf dem nächsten Avantasia Album platz gehabt. Wenig überraschend ist es ja mittlerweile, das sich Edguy und Avantasia musikalisch immer mehr annähern. Das hat Tobias Sammet mit seinen 2 Bands früher doch weitaus eigenständiger hinbekommen. Wie dem auch sei, der Opener macht Laune. Ebenso das rockende "Wrestle the Devil", das durch schwere Riffs ins Ohr fällt und "Open Sesame", welches mit einem starken Refrain überzeugt.
Die anderen neuen Songs lehnen sich bewusst oder unbewusst eher an ältere Edguy Zeiten an. "Landmarks" und "The Mountaineer" hätten nämlich auch gut in die "Mandrake" oder "Hellfire" Ära gepasst. Beide gehen direkt ins Ohr und bestechen durch Qualität.

Unterm Strich muss man der Band an dieser Stelle ein Kompliment machen. Geld ist eben doch nicht alles. Hier hat man sich offensichtlich bemüht, den Leuten auch wirklich etwas zu bieten und mit 6 neuen Songs schon quasi ein halbes, neues Edguy Album mit auf den Best Of Unsinn gepresst. Das rechtfertigt zwar immer noch nicht den Kauf, aber glücklicherweise kann man sich die neuen Songs ja auch via Amazon und co. als MP3 herunter laden. Alles andere ist nur für Hardcore Fans und Sammler interessant. Schaut selbst, zu welcher Variante ihr euch entscheidet.


Wenn Du was Intelligentes mit Message hören willst, leg R.E.M. auf. Aber wenn du einen harten Schwanz haben willst, hör AC/DC. (Brian Johnson)

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