Orden Ogan - Gunmen (2017)

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The Count
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Orden Ogan - Gunmen (2017)

Beitrag von The Count » Freitag 15. Dezember 2017, 02:14

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Orden Ogan - Power Metal aus dem Sauerland. Eine Band die ich schon seit ihrem Debüt in Eigenproduktion "Testimonium A.D." aus dem Jahre 2004 verfolge, bringt nun ihr schon sechstes Studio Album auf den Markt. In den 13 Jahren hat sich verdammt viel getan. Die Jungs sind enorm gereift und haben sich auf jeder neuen Platte weiter entwickelt. Als vor 2 Jahren mit "Ravenhead", das für mich persönlich, bis heute, beste Orden Ogan Album erschien, war mir eigentlich schon fast klar, das man dieses Werk nicht mehr toppen könnte. Nimmt man etliche Kritiken im Netz für wahre Münze, haben Orden Ogan es mit dem aktuellen "Gunmen" tatsächlich geschafft. Ich selbst bin da hin und hergerissen. Man kann natürlich auch hier wieder von einem Meisterwerk sprechen, denn was die Arnsberger auf "Gunmen" abliefern, ist mehr als beeindruckend. Dennoch entpuppt sich mir das Gesamtwerk für meinen persönlichen Geschmack etwas zu überladen, denn aus den Gesangspassagen ist einfach ein ganzes Pfund zuviel "Tralla Tralla" geworden. Symphonic Metal lässt grüßen. Man höre sich hier nur einmal "Fields of Sorrow" an, deutlicher kann man es nicht beschreiben.

Und auch wenn ich hier meinen eigenen Dissens hege, hat "Gunmen" eine konstruktive Kritik verdient, denn ansich ist die Scheibe großartig geworden. Die Instrumente sitzen und das Gesamtpaket weiß auf eine Art auch wirklich zu überzeugen. Musikalisch kann man der Band eigentlich nichts vorwerfen. Wären da nicht für meinen persönlichen Geschmack viel zuviel Keyboard Geklimper und der extrem hohe Gesang, würde ich dem "Meisterwerk" meinen Segen geben. Doch das "Problem" zieht sich quasi durch das komplette Album. Ob "Down Here", "Come with me to the Other Side" oder der Titeltrack "Gunman", man kommt sich langsam vor wie in einer Metal Oper und das ist mir einfach eine Spur zu viel des Guten.

Anspieltipps sind "Forlorn and Forsaken", wo sich das Geträller hingegen aller anderen Tracks noch um einiges zurückhält, der großartige Abschluss "Finis Coronat Opus" und vielleicht noch "Vampires in Ghost Town."

Unterm Strich kann man hier geteilter Meinung sein. Musikalisch wirklich großartig, gesanglich eher hart an der Schmerzgrenze - Es bleibt wie immer Geschmackssache. So wird "Gunmen" ganz sicher die Gemüter spalten. Auf der einen Seite als Meisterwerk verschrien, auf der anderen Seite einfach eine Oktave zu hoch.


Wenn Du was Intelligentes mit Message hören willst, leg R.E.M. auf. Aber wenn du einen harten Schwanz haben willst, hör AC/DC. (Brian Johnson)

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