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Running Wild - Blood on Blood

Zitat

Rock'n'Roll ist zurück! Leinen los und volle Breitseite, die Heavy Metal Pirates stechen wieder in See. Mit "Blood on Blood" erscheint nun endlich der lang ersehnte Nachfolger zu "Rapid Foray" und seitdem sind auch schon wieder 5 Jahre ins Land gezogen. Mit "Blood on Blood" verkündet Band Leader Rolf Kasparek auch sein bisher gelungenstes Gesamtwerk, weil er endlich mal die Zeit dafür hatte, an allen Ecken und Kanten zu feilen. Ob das auf jeden geneigten Hörer zutreffen mag, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil habe trotz aller Bedenken mehr bekommen, als ich eigentlich erwartet hatte, da mir die erste Single nicht sonderlich zugesagt hatte. Im Nachhinein sieht man aber mal wieder, was Vorurteile bringen, nämlich garnichts. "Blood on Blood" entpuppt sich als eines der besten Werke der Metal Piraten. Überraschungen gibt es kaum bis garnicht, braucht es aber auch nicht. "Running Wild" bleiben am Besten "Running Wild!" So geht es nach altbewährten Muster zu und das ist auch genau das, was wir von Rolf's Crew eigentlich hören wollen.

Der Titeltrack "Blood on Blood" könnte für diese Band typischer garnicht sein. Zwar wird öfters im Netz die mangelnde Power an den Drums bemängelt, das man dort auch mal etwas mutiger sein könnte, halte ich aber für überambitioniert. "Wings of Fire" hat ein weiteres Kultpotential, vorallem die Double Leads sind sehr prägend ausgefallen. "Say your Prayers" ist - wenn man ehrlich ist, eher ein Füller Track, davon aber ein recht guter und mit starken Riffing von Rolf Kasparek und Michael Jordan. Die erste Single Auskopplung "Diamonds & Pearls" konnte mich damals nicht so recht überzeugen. Allerdings entwickelt sich der Song auch erst nach mehrmaligen Anhören zu einem echten Kracher. Manches muss erst einwenig reifen, bevor es seine volle Wirkung entfacht. Weiter gehts mit typischen Rock'n'Rolf Stoff - "Wild & Free" und der schon von der letzten EP bekannte Song "Crossing the Blades." Ob man diesen hier nochmal etwas aufgewertet hat, vermag ich nicht zu sagen. Für mein Empfinden klingen beide Versionen identisch und vorallem, kann man den Kracher wirklich kaum noch verbessern. Die Ballade "One Night, One Day" ist dann wirklich mal eine Überraschung. Eine Power Ballade hat es bisher auf noch keinem "Running Wild" Album gegeben. Das wichtigste ist aber, das der Song ganz hervoragend funktioniert und direkt hängen bleibt. Rolfs heisere Stimme, die wahnsinnige Gitarrenarbeit gespickt mit Wah-Wah-Effekten und eine wahnsinns Melodie, die perfekt als Rausschmeißer auf zukünftigen Konzerten fungieren könnte. Ein weiteres großes Highlight der Platte ist die zweite Single Auskopplung "The Shellback." Hier haben Rolf und co. mal wieder ein weiteres, episches Band Meisterwerk erschaffen. Dazu der Ohrwurm Rocker "Wild, Wild Nights" und der grandiose Abschluss "The Iron Times (1618 - 1648)" machen das Album zu einem wahren Vergnügen. Letzterer überzeugt in seiner Gesamtlaufzeit von 10:29 Minuten durch eine geballte Ladung EPIC! Vielleicht sogar der beste Song des Albums.

Unterm Strich haben "Running Wild" wieder eine sehr starke Platte abgeliefert, die meiner Meinung nach sogar "Rapid Foray" leicht übertrifft. Da bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, das wir nicht wieder ganze 5 Jahre auf ein neues Werk warten müssen. Bis dahin jedenfalls, sind wir erstmal wieder bestens Bedient.

"Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt." (Ronnie James Dio)