Die Hannoveraner Band „Victory“, die einst aus „Fargo“ hervorging, meldet sich nach 10 Jahren Abstinenz mit einem neuen Studioalbum zurück. Da mittlerweile auch die letzten verbliebenden Gründungsmitglieder die Band verlassen haben und „Victory“ nur noch aus späteren und neuen Musikern besteht, kann man zurecht den Verlust der eigentlichen Seele anprangern. Sind das überhaupt noch „Victory?“ Die Frage wird man sich zwangsläufig stellen müssen, dennoch gibt es aus musikalischer Sicht keinerlei Grund zur Beschwerde. Das neue Album „Cut to the Bone“ ist ein starker Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Melodic Hard Rock, das selbst ohne seine alten „Fargo“ Wurzeln auszukommen scheint. Vorallem aber entbehrt „Cut to the Bone“ zum Größtenteil die üblichen Lückenfüller, so das man fast von einem rundum perfekten Album sprechen kann. Sei es die starken Opener „Gods of Tomorrow“, sowie der Titeltrack, oder auch die Melodic Rock Nachfolger „Dying in your Arms“, „Hold on me“ und dem großartigen „Unconditional Love.“ Gepaart mit schnellen Hardrock Nummern („Into the Light“, „My Own Desire“ und „On Fire“) sowie dem Midtempo Groover „Mad“, erweisen sich „Victory“ als durchaus abwechslungsreiche Kapelle, die zu unterhalten weiß. Lediglich „Own“ kann dabei weniger überzeugen, aber auch getrost ignoriert werden. Solider Hardrock ala „Rising Force, „In Rock We Trust“, „Leave you alone“ und dem Rausschmeißer „Love & Hate“ sind ebenfalls vorhanden, wenn auch das Album zum Ende hin etwas an seiner Würze abhanden geht.

Unterm Strich ein gutes Hardrock Album von der neuen „Victory“ Formation, die auch ohne ihre Wurzeln durchaus etwas zu bieten haben. Die Chance sollte man ihnen geben, Luft nach oben gibt es aber natürlich auch noch. Allerdings hat meckern auf hohem Niveau auch noch niemanden geschadet. Mal schauen wo die Reise in Zukunft noch hingeht. Die neue Formation hat jedenfalls definitiv ihren ersten Grundstein gesetzt.

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.