Bis auf ihren merkwürdigen Cover Ausflug „Inspirations“ ist auf „Saxon“ eigentlich immer Verlass. Die NWOBHM Legende bietet immer Qualität und kaum Grund zum Meckern. Besonders in den letzten Jahren scheinen sie wieder einen Lauf zu haben. Hier und da mit einer geringfügig schwankenden Qualität. So folgte beispielsweise auf dem großartigen „Battering Ram“, das mit einigen abstrichen gute „Thunderbolt“, welches aktuell nun mit dem starken „Carpe Diem“ erweitert wird. Wirkt der Titeltrack allenfalls souverän, haben wir mit „Age of Steam“ schon einen ordentlichen „Saxon“ Kracher am Start, der mit brachialer Gitarrenarbeit von Urgestein Paul Quinn und dem 1995 dazu gestoßenen Doug Scarratt abgearbeitet wird. Auffallend wirkt, das die Stimme des guten alten Silberrücken – Byff Byfort -langsam aber sicher auch in die Jahre gekommen scheint. Das macht aber kaum etwas am Gesamtprodukt aus, da Byff wie immer alles aus sich herauszuholen scheint und die hohen Töne immer noch gut trifft. Das fantastische „The Pilgrimage“ wirkt wie in die 80er Jahre zurückversetzt. Mit epischen Anklang, Byfords immer noch starken Tonlage und einem absoluten Hitfaktor in 6 1/2 Minuten. Großartig. Das wummernde „Dambusters“ macht keine Kompromisse und überzeugt mit starken Double Leads. Und Obwohl der Auftakt nicht schon stark genug wäre, legen die „Sachsen“ mit „Remember the Fallen“ einen weiteren Meilenstein ihrer über 40jährigen Bandkarriere hin. Das „Saxon“ auf ihre alten Tage nicht einschlafen, beweisen sie gerade eindrucksvoll. Die schnellen „Super Nova“ und „All For One“ versprechen Vollgas Metal, während man bei „Lady in Gray und „Black is the Night“ eher auf Midtempo Groover setzt, die im Vergleich aber deutlich schwächer ausfallen. Zum Abschluss tritt man mit „Living On The Limit“ nochmal ordentlich aufs Gaspedal und zelebriert einen ordentlichen Rausschmeißer, wenn auch dem Album gegen Ende etwas an Drive verloren geht.

Unterm Strich haben „Saxon“ wieder einen starken Beitrag geleistet. „Carpe Diem“ beinhaltet alles was ein typisches „Saxon“ Album braucht und beinhaltet mindestens Drei Meilensteine, die Klassiker Potential haben. Am Ende geht ihnen etwas die Qualität verloren, das macht aber im Gesamtpaket überhaupt nichts, das fast überwiegend überzeugt. Eins ist sicher: „Saxon“ scheinen auch im hohen Alter noch lange nicht am Ende ihrer Karriere zu sein. The Wheels of Steel rolling again and again.

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.