„Night Demon“ waren in den letzten Jahren ja ein außerordentlicher Senkrechtstarter, was die immer größer werdende Riege an – so wie ich sie nenne – Neo Retro Metal Bands angeht. Das neue Album „Year of the Demon“ wirkte allerdings im Vergleich zu den Vorgängern nicht mehr ganz so stark. Die Gründe hierfür sollten sich erst nach einigen Recherchen Meinerseits herausstellen. Tatsächlich haben wir es hier garnicht mit neuem Material zu tun, sondern mit lediglich einer Single Ansammlung und sonstigen Bonus Material, welche vor 2 Jahren auf stark limitierten 7″ Vinyl Scheiben erschienen waren. Hier muss man leider wieder eine typische Cashcow Vermutung anstellen. Nachdem die limitierten Single Platten nämlich alle verkauft wurden, packt man diese Songs nochmal allesamt auf eine CD, kassiert ein weiteres mal ab und führt den Käufer damit schon an der Nase herum. Das CD Album hätte schließlich auch gereicht. Allerdings kann man es auch keiner Band verübeln, weil alle Bands und Künstler in den letzten 2 Jahren des schieren Wahnsinns gefangen waren und keine Umsätze generieren konnten. Schauen wir uns also „Year of the Demon“ näher an. 10 Tracks, davon 3 Live Versionen gemeinsam mit Uli Jon Roth bilden das Grundgerüst dieser Complication. Kann man das eigentlich so nennen?
Los gehts mit „Empires Fall“, einer netten, klassischen Metal Schote, die alle nötigen Zutaten bietet, welche ein Retro Metaller benötigt. Hierfür waren „Night Demon“ auch zu recht bekannt geworden. „Kill the Pain“ erinnert in seinen Opening Drums schon etwas an „Love Gun“ von „Kiss“, hat aber ansonsten nichts damit gemein. Vielmehr bietet der Song ein schnörkeloses Oldschool Feeling wie wir es aus der guten alten Zeit gewohnt sind. Bei „Are You Out There“ lassen sich schon leichte „Iron Maiden“ Inspirationen heraushören, obwohl man ansonsten keine Ambitionen des Kopierens gehegt hat. „Vysteria“, „Fast Bikes“ und das treibende „100 MPH“ wirken souverän, aber nicht ganz so stark wie der Rest. Schließlich haben wir noch die Live Versionen. Darunter einmal das „Scorpions“ Cover „In Trance feat. Uli Jon Roth. Das langweilige Original vermochten auch „Night Demon“ nicht zu verbessern. Zu allem Überfluss musste noch mit „Top of the Bill“ ein weiteres „Scorpions“ Cover herhalten. Auch „Wasted Years“ von „Iron Maiden“ sollte man besser dem Original überlassen, aber sei es drum. Es sind nur Live Versionen. Auf Konzerten kann man das schon mal machen.

Unterm Strich stellt „Year of the Demon“ eine krampfhafte Zusammenstellung zu einem mehr oder weniger Album dar. 4 Gute Singles, die es nochmal zu hören gibt, 3 (vermutliche) B-Sites und 3 Live Cover um immerhin eine 10 Track Scheibe zusammen zu bekommen. Das man es hier mit keinem echten Album zu tun hat, welches in einem Fluß funktioniert, wurde direkt beim ersten durchhören klar, daher kann man meiner Meinung nach dieses Werk auch eher nur als Complication bewerten, die größtenteils unnötig gewesen ist. Hier hätte auch eine EP mit allen Singles ausgereicht, jene hätte aber kaum das gleiche Geld wie ein „Album“ eingefahren, weswegen man wohl auf reichlich Füllmaterial zurückgegriffen hat. Wie schon zuvor erwähnt, sei es „Night Demon“ aufgrund der Umstände verziehen und es ist zumindest schön, das man diese raren Vinyl Only Titel nochmal auf regulärer CD bekommt. Nicht mehr und nicht weniger.

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.