Es wird wieder gehämmert in Schweden! Oscar Dronjak’s revolutionäre Power Metal Band der man nachsagt, den Metal in den 90ern gerettet zu haben, obwohl sie erst in den letzten Zügen des Jahrzehnts mit ihrem Debüt erschienen, hat mittlerweile nach langer Durststrecke wieder einen Lauf. „Built to Last“ (2016) und vorallem „Dominion“ (2019) haben dermaßen in den Ohren geschäppert, das man sich von „HammerFall“ wieder mehr wünschen und auch erwarten kann. Das jüngste Werk „Hammer of Dawn“, kann dem Vorgänger zwar nicht das Wasser reichen – das wäre auch fast unmöglich gewesen – überzeugt aber als einen weiteren souveränen Meilenstein in der bisher 21jährigen Bandgeschichte.
Der Opener „Brotherhood“ entfacht direkte „HammerFall“ Stimmung. Die Mixtur des Songs ist zwar nichts neues und der Chorus klingt ebenfalls, als hätten wir ihn schon ein paar mal in leicht veränderter Form gehört, aber die Nummer haut wie gewohnt ordentlich rein und wird zudem noch mit wuchtigen Doublebass abgerundet. Der Titeltrack kratzt mit seiner düsteren Grundstimmung schon leicht am Dark Metal Genre, schließt aber irgendwo wieder am Vorgänger „Dominion“ an. Der Unterschied besteht lediglich darin, das „Hammer of Dawn“ nicht so ein Metal Ungeheuer darstellt. Das rasante „No Sons of Odin“ welches sich als klasschische „HammerFall“ Hymne entpuppt, lässt ebenfalls keine Wünsche offen. „Für „Venerate Me“ haben sich Dronjak, Cans und co. King Diamond (Mercyful Fate) als Gastsänger mit an Bord geholt. Alleine das ist ja schon ein Highlight. Obendrein überzeugt der Song auch einigermaßen, wenn auch nicht ganz so stimmig wie die Vorgänger. „Reveries“ und vorallem das pompöse „Too Old To Die Young“ fetzen. Mit letzterem haben sich „HammerFall“ nicht nur selbst eine Message gesetzt, sondern auch eine feine Metal Hymne rausgehauen, die vorallem Live ein richtiges Highlight sein wird. Schade ist allerdings die Tatsache, das das Album zum Ende hin seinen enormen Drive verliert. „Not Today“ ist nicht zwar eine ganz passable Ballade, die wir von der Band immer wieder mal gehört haben, doch auch die anderen Titel geben nicht mehr allzuviel her. „Live Free Or Die“, „State of the W.I.L.D.“ oder „No Mercy“ lassen sich leider nur als Füllertracks bezeichnen. Da hätte man zum Abschluss nochmal ein bisschen Gas geben müssen. Damit ist eindeutig das letzte Drittel die große Schwachstelle auf „Hammer of Dawn.“

Unterm Strich begeistern die Schweden auch diesmal wieder und bieten nach langer Durststrecke wieder gewohnte Kost. „HammerFall“ sind eine der wenigen Bands, die mit ihren letzten Drei Alben wieder die Kurve bekommen haben. „Hammer of Dawn“ klingt zwar nicht sonderlich neu, aber es bietet genau das, was man von „HammerFall“ erwartet und damit kann man voll zufrieden sein. Gewohnt druckvoll, melodisch und Sänger Joacim Cans scheint obendrein noch eine stimmliche Verjüngungskur hingelegt zu haben. Alles in allem ein gelungenes Album, auch wenn „Dominon“ der bessere Tonträger bleibt.

 
Über Bob Rock 405 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.