„Kissin‘ Dynamite“ bezeichne ich als die „Bon Jovi“ der 2000ner Jahre. „Hannes Braun“ und seine Band fahren national sowie auch international Erfolge ein, jedoch ist mir die Platte bis auf den Titeltrack einfach zu kitschig und zum puren Mainstream Rock verkommen. Auch wenn mir diese Glam Schiene schon lange nicht mehr sonderlich zusagt, so hat mir doch zumindest „Not the End of the Road“ gefallen. Als jener als Single erschien, hätte man zumindest vermuten können, das zuvor genannter Vergleich irgendwo zutreffen könnte, jedoch versinkt das Album anschließend direkt in einen Radiotauglichen Brei, denn ich so garnicht leiden kann. Mit dem Titeltrack haben wir noch so eine typische „Formel 1“ Hymne, wie es beispielsweise „Europe’s – Final Countdown“ gewesen war, mit dem Unterschied, das „Not the End of the Road“ lange nicht so nervig klingt und durchaus Spaß macht. „What Goes Down“ geht zwar insgesamt in Ordnung, ist für meinen Geschmack aber kein typischer 80er Jahre Song, während wir es bei „Only the Dead“ mit einem Album Füller Track zu tun haben. „Good Life“ stellt die volle Breitseite 80’s Pop Cheese dar und passt meiner Meinung nach garnicht als Rock Song. Da trösten auch die Gast Sänger/innen nicht drüber weg. Zwar sind hier Alea von „Saltatio Mortis, Guernica Mancini von „Thundermother“ und Charlotte Wessels mit aktiv, jedoch hätte der Song eher in die 80er Chartparade gepasst, als auf ein typisches Frisösenrock Album, wovon „Not the End of the Road“ leider weit entfernd ist. „Yoko Ono“ geht zwar auch wieder voll auf die 80er, wirkt aber kaum weniger kitschig und schlägt in eine ähnliche, jedoch flottere Poprock Schiene. Die Ballade „Coming Home“ steht dem kaum kaum nach. Es ist – man muss das einfach klar so sagen – Lokalsender Musik. Mit Songs wie „All for a Halleluja“ oder „No One Dies a Virgin“ versucht man zwar wieder aus dieser Ecke herauszubrechen, dies gelingt jedoch nur als typischer Neuzeitrock. Die Ballade „Gone for Good“ oder das Füllmaterial „Defeat it“, „Voodoo Spell“ oder das halbwegs brauchbare „Scars“ können am Gesamteindruck schließlich auch nicht mehr viel ändern.

Unterm Strich ein viel zu überhyptes Album, das weniger 80er, dafür mehr Lokalradio Gedudel bietet, welches es nach dem guten Opener nicht gebraucht hätte. Mal 80er, mal Pop, mal Neuzeit Gurkenrock, das haben wir aber von „Kissin‘ Dynamite“ alles schon mal besser gehört. Es bleibt letztendlich Geschmackssache, meiner jedoch nicht.

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.