Die „Sainted Sinners“ haben schon eine merkwürdige Laufbahn hinter sich. Als Supergroup mit einem dicken Debüt gestartet, entwickelte sich der Nachfolger zu einem schwachen Schnellschuss und Nummero 3 ging in eine völlig andere musikalische Richtung. Plötzlich spielte man Melodic Rock, nah an den 80ern angelegt mit einer großen Prise AOR im Petto. Das funktionierte überraschend gut, jedoch hätte man meiner Meinung nach bei seinen Wurzeln bleiben bwz. nach einer kurzen Experimentierphase dahin zurückkehren sollen. Stattdessen setzen die „Sinners“ erneut auf melodisches Gedudel und scheitern diesmal enorm an einem weichgespülten Geklimper, fernab ihrer Anfangszeiten. Das einige Musiker schon garnicht mehr dabei sind, dürfte vermutlich wohl auch auf diese musikalische Neuausrichtung zurückzuführen sein. Der Neuling „Taste it“ überzeugt in der Richtung leider fast überhaupt nicht und zu allem Überfluss hat man auch noch mit „Losing my Religion“ ein „REM“ zum weglaufen auf die Scheibe gepackt. Das ist zugegeben zwar leicht verschmerzbar, alles andere aber nicht. Es ist verdammt schade, das die Band an ihrem starken Debüt in keinster Weise mehr heran kommt, sich stattdessen auf Melodic Rock besinnt und darin auch nur mäßig überzeugend ist.

Unterm Strich der Tiefpunkt der „Sinners.“ Die Band täte gut daran, spätestens jetzt wieder an alte Zeiten anzuknüpfen. Ob wir das noch erleben werden, darf aber bezweifelt werden.

 
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