Seit „Methämmer“ haben „Feuerschwanz“ einen riesen Sprung auf ihrer Karriereleiter gemacht. Was folgte war ein Plattendeal mit Napalm Records und immer größere Bühnen. Der Hauptgrund für diese Steigerung dürfte in der Ausrichtung ihrer Musik liegen. Vom klassischen Mittelalter Folk, haben sich „Feuerschwanz“ mehr und mehr zum Mittelalter Rock, bishin zum Mittelalter Metal gewandelt. Mit „Methämmer“, „Das elfte Gebot“ und „Memento Mori“ sind die Franken aus ihrem bisherigen Genre ausgebrochen und zählen mittlerweile zum Metal Genre. Über Power Metal bis zum Bretterharten Heavy haben „Feuerschwanz“ mittlerweile alles ausprobiert. Der Wandel bleibt allerdings auch nicht ohne Folgen, denn die Fan Gemeinde ist wie so oft zwiegespalten. Mir persönlich gefiel der Wandel bisher sehr gut, jedoch muss ich mittlerweile auch gestehen, das es mit dem aktuellen Album „Memento Mori“ einfach zuviel des Guten geworden ist. Auf diesem Album sind „Feuerschwanz“ einfach nur noch eine Metal Band und vom Mittelalter Stil ist nicht mehr viel übrig. Die Musik ist natürlich qualitativ Hochwertig und daran gibt es auch eigentlich garnichts zu meckern. Es bleibt jedoch die Tatsache, das man diesmal wirklich zu weit hinausgeschossen ist und sich vom eigenen Stil komplett entfernt hat. „Memento Mori“ ist einfach too much. Knallhartes Riffing wie nie zuvor – ja unglaublich das ich so etwas jemals sagen würde, aber für diese Band ist das einfach eine Spur zu laut. Darüber hinaus geht ihnen der Humor völlig abhanden, daran kann selbst das neue, beiliegende Cover Album – ein Schema welches wir schon von dem letzten Werk „Das Elfte Gebot“ kannten – nicht viel ändern. Hier hat man sich ebenfalls nicht die besten Songs ausgesucht. Was beim Vorgänger noch gut funktionierte, wirkt hier größtenteils überflüssig und bedient nur das gleiche Schema, nämlich Metal, Metal und nochmals Metal. Einzig das „O-Zone“ Cover kann ein leichtes Schmunzeln erzeugen, der Rest bleibt auf jener Schiene, wo „Feuerschwanz“ scheinbar hinwollen, aber eigentlich nicht hingehören. Über die Gründe kann man spekulieren. Einerseits wollen sich die Recken natürlich etwas austoben, nachdem sie entdeckt hatten, das sie eigentlich totale Metal Fans sind. Soweit sind die musikalischen Experimente auch verständlich. Andererseits kann auch das jeweilige Label dafür gesorgt haben, das alles noch eine Spur härter wird und der momentane Erfolg gibt ihnen recht. Ob jedoch die alten Fans damit so zufrieden sind, bleibt eine andere Geschichte. Die neuen Fans werden „Memento Mori“ natürlich feiern.

Unterm Strich eine schwierige Geschichte. Das Album ist ansich richtig stark, lässt aber einen faden Beigeschmack zurück, wenn man die Band aus älteren Tagen kannte und mochte. Ich persönlich würde mir wünschen, das man zumindest ein Rad wieder zurück dreht und auf dem „Elften Gebot“ weiter aufbaut, denn „Memento Mori“ ist mir einfach zu übertrieben. Als Metal Album absolut in Ordnung, jedoch als „Feuerschwanz“ Platte eher ein seltsames Werk, das Fragen und Wünsche hinter- sowie offen lässt.

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.