„Black Label Society“ ist eine recht schwierige Band mit der ich nie so wirklich warm geworden bin. Offen gesagt fand ich die ersten 9 Alben allesamt austauschbar. Erst mit „Grimmest Hits“ 2018 erschien eine Platte, die mir wirklich rundum gefallen hatte. Nun war die Frage, ob Zakk Wylde an den Vorgänger anknüpfen konnte, oder es weiter in Richtung Rohrkrepierer Musik der älteren Tage geht. Die Antwort lag letztendlich irgendwo dazwischen. Das aktuelle „Doom Crew Inc.“ ist wieder mal überraschend gut, aber auch nicht der ganz große Überflieger. Was der Band mittlerweile gut zur Gesicht steht, ist die Tatsache, das man sich von dem belanglosen Sludge Geschrädder entfernt hat und fortan melodischen Doom Metal spielt und dieser ist auch größtenteils gelungen.

Da hätten wir den Klasse Opener „Set You Free“, der wirklich Lust auf mehr bereitet. Solche Songs will ich von „BLS“ hören! Leider blitzte diese Klasse bisher immer nur am Rande auf. „Destroy & Conquer“ präsentiert ein schnelles, souveränes Doom Gemetzel, wird aber noch übertrumpft vom Tempo-Switcher „You Made Me Want to Live“, welcher ebenfalls gelungen ist. Was folgt ist eine eher unpassende Ballade „Forever And A Day“ (gab es das bei Zakk Wylde überhaupt mal?), die Neuaufnahme von „Love Reign Down – ebenfalls Balladesk und weitere potentielle Langweile ala „End of Days“, „Ruins“ und „Shelter Me.“ Die Flaute in der Mitte wird aber im Anschluss glücklicherweise aufgefangen. Das treibend groovige „Forsaken“ und der schleppende Doomer „Gospel of Lies“ sind großartig. Ebenso ist „Gather all My Sins“ in die obere Riege einzuordnen. Zum Ende hin überzeugen anstatt zu langweilen „BLS“ mit einer weiteren Ballade. „Farewell Ballad“ macht einiges richtig, was man in den vorherigen versäumt hatte.

Unterm Strich knapp über den Durchschnitt geschräddert, ergibt eine gute Bilanz für das Gesamtwerk und das ist bei weitem mehr, als man von „Grimmest Hits“ mal abgesehen, bisher von der Band erwarten konnte. „Black Label Society“ gehen mittlerweile den richtigen Weg und das ist auch gut so.

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.