The Darkness – Motorheart

Bereits beim letzten Album „The Easter is Cancelled“ drifteten „The Darkness“ schon ungewohnt ziemlich ab. Im gleichen Zuge verkündete Justin Hawkins, das jenes Album das letzte im typischen Stile wäre und man sich nun weiter orientieren möchte. Nun, für meinen Geschmack war selbst das letzte Werk schon kein echtes „The Darkness“ Album mehr, das aktuelle „Motorheart“ hat sich noch wesentlich weiter davon entfernt. „Schwacher Rock’n’Roll mit Ansage, wäre wohl der passende Titel für dieses Werk gewesen.
Bereits der Opener „Welcome Tae Glasgae“, sowie der furchtbare Titeltrack sind an Langeweile und 0 Inspiration kaum zu unterbieten. „It’s Love, Jim“ erinnert wenigstens irgendwo an „Get your Hands off my Woman“ und bietet zumindest ein dickes Riffing. Erst mit dem vierten Song kommt wirkliches „The Darkness“ Feeling auf. „The Power and the Glory of Love“ ist ein Rocker nach alten Muster, so wie man es von der Band eigentlich gewohnt ist. Zwar nichts besonderes, aber wahrscheinlich auch der beste Song des Albums, denn direkt darauf ist dieses Feeling auch gleich wieder verflogen. Ob das anschließende „Jussy’s Girl“ eine Anspielung an den „Rick Springfield“ Klassiker sein soll, erschließt sich mir hier nicht. Mit einer stilisch, 80er Jahre Chart Rock Einlage, die zumindest mir keinen Spaß macht, reißt man allerdings auch nichts heraus. Ähnlich hat man „Speed of the Nite Time“ angesiedelt und man fragt sich mittlerweile, ob „The Darkness“ jetzt auf „Glen Frey – Pop Rock“ machen wollen. „Sticky Situations“ geht als Rock Ballade und „Eastbound“ sowie „It’s a Love Thang (You Wouldn’t Understand)“ als weichgespühlte Rock Songs in Ordnung, punkten kann man damit allerdings, ebenfalls nur auf dem Lokalsender. „Nobody Can See Me Cry“ wirkt nicht nur aus der Reihe gefallen, sondern auch nicht zuende gedacht und „You Don’t Have to Be Crazy About Me…But It Helps“ ist einfach nur furchtbares Gekrähe. Zum Schluss wird man mit der Arkustik Ballade „So Long“ völlig unzufrieden entlassen.

Unterm Strich bleibt die Frage im Raum stehen, was „Motorheart“ überhaupt darstellen soll. Die härteren Songs sind zum größten Teil Quatsch und nicht Hörenswert. Die 80er Jahre Pop Rock Nummern haben zwar Qualität, aber bieten nicht das, was man von „The Darkness“ hören möchte. Und dann gibt es noch diese unerträglichen Nummern, auf denen Justin Hawkins quietscht und kräht wie ein Freddy Mercury nach 10 Pines Ale. Dieses Album ist merkwürdig und schräg, vorallem aber, ist wo „The Darkness“ drauf steht, (mit Ansage) kein „The Darkness“ drin. Ergo für meinen Geschmack ein fast überflüssiges Werk.

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.