Der dritte Besuch bei „John Diva & The Rockets of Love“ stand an. Nachdem wir sie ebenfalls in der Zeche schon im Vorprogramm bei „Vixen“ (2018) und später bei der Release Show des Debüt Albums in Hagen (2019) Live erleben durften, war die Band nun ihrer „American Amadeus Tour“ unterwegs. Das zweite Album hatte zwar längst nicht die Qualität des Erstlings erreicht, dennoch scheinen sich die „Rockets“ mittlerweile eine große Fanbase erspielt zu haben. Im Großen und Ganzen zählen sie zwar nicht zu meinen Favoriten und ich war eher in Begleitung dabei, dennoch geht die Musik voll in Ordnung und in Zeiten des absoluten Wahnsinns, nimmt man gerne schon mal ein Konzert mit, bevor die Schranken wieder hochgefahren werden. Nach 2 Jahren mal wieder die Zeche von Innen zu sehen, hatte auf jeden Fall einen „Endlich wieder zuhause“ Effekt gehabt, auch wenn die Besucher natürlich von einem ganz anderen Schlag waren, als bei herkömmlichen Rock und Metal Konzerten, auf denen ich sonst so anwesend bin. Das liegt aber auch daran, das „John Diva & The Rockets of Love“ eher zum Mainstream Rock zählen und man daher wenig bis garkeine Kutten oder lange Haare sieht.

Supernova Plasmajets:

Über die Vorband an diesem Abend hatte ich mich überhaupt nicht informiert und mich einfach überraschen lassen. „Die Supernova Plasmajets“ entpuppten sich schließlich als eine Female Fronted 80s Glam Rock Band aus Mannheim, die gerade ihr zweites Studioalbum „Now or Never“ promoteten. Die Sängerin, die sich ironischerweise „Jennifer Crush“ nennt, hatte zugegeben auch eine grandiose Stimme und wusste durchaus Stimmung zu erzeugen. Musikalisch richtete sich die Setlist auch komplett Richtung Vollgas 80er Jahre. Man hätte meinen können, das Jennifer Rush, Belinda Carlisle und co. jetzt 80er Glam/Hardrock spielen und dennoch in ihrer Zeitspanne geblieben sind. In der Hinsicht waren Songs wie „Leave Forever“, „Beggin'“, „Lonely Hearts in the Night“, „Hold you Close“ u.a. schon ein purer Back to the 80s Flash, wie man ihn kaum besser veranstalten könnte. Wer darauf steht, wird mit den „Plasmajets“ seine wahre Freude haben. Ich für meinen Teil favorisiere andere Musik, fand das dargebotene aber qualitativ hochwertig.

John Diva & The Rockets of Love:

Für die „American Amadeus Tour“ war das Bühnensetting diesmal komplett in Album Farben getränkt und die Mikrofone mit Stars and Stripes geschmückt. Die Setlist bestand größten Teils aus Songs vom neuen Album, dazu die üblichen Klassiker Cover und die Highlights vom Debüt Album. Leider wurden die Bonus Tracks des neuen Albums nicht gespielt, welche noch mit zu den Besten der neuen Platte gehörten. Sei es drum, John Diva (der sich dieses mal deutlich weniger während der Show umgezogen hat) und Band, machten gut Stimmung und spielten mit „Led Zeppelin’s – Rock and Roll“ sogar mal ein neues Cover unter ihren ewigen Trittbrettfahrern, zu denen „Don’t stop Believin'“ (Journey), „Paradise City“ (Guns N‘ Roses), „Here I Go Again“ (Whitesnake) oder „Livin‘ on a Prayer“ (Bon Jovi) gehören. Überraschungen gab es da ansonsten recht wenig. Zur Setlist zählten außerdem der Titeltrack „American Amadeus“, „Bling Bling Marilyn“, „Karmageddon“, „Wasted (In Babylon“, „This is Rock’n’Roll“ und „2 Hearts“, mit denen ich nicht viel anfangen konnte. „Soldier of Love“, „Weekend for a Lifetime“ und „Voodoo, Sex and Vampires“ waren die einzigen Highlights des neuen Albums. Via letzterem gab es auch schon zum zweiten mal für meiner Einer die Rock’n’Roll Faust von „John Diva“ himself, denn erste oder zweite Reihe direkt vor der Bühne ist immer Pflicht. 😉 Vom Vorgänger waren glücklicherweise alle Favoriten dabei. „Lolita“, „Wild, Wild Life“, „Rock’n’Roll Heaven“ und „The Rockets of Love“, so das die Setlist zumindest gut ausgeglichen war. Für meinen Geschmack hätte man aber die Cover aber endlich einmal weglassen und mehr eigene Songs spielen können, denn eigentlich haben „John Diva & The Rockets of Love“ keine Cover Songs in der Show mehr nötig. Diese scheinen aber wohl irgendwie Teil des Konzeptes und von der Fanbase gewünscht zu sein. Außerdem gab es die üblichen Show Einlagen, wie das „Bumsen der Fahne“, „Bumsen der Luft“, „Bumsen des Beines von Snake Rocket“ und all der Quatsch der dazu gehört, wie Lametta und Knall Effekte, denn stehen die „Rockets“ auch weiterhin für „Die ultimative 80s Show.“ Das heißt, das Tonnen Haarspray, Bling Bling, und Bandana natürlich auch nicht fehlen durften. Ok, aus dem Alter bin ich irgendwo raus, dennoch haben wir insgesamt einen schönen Abend erlebt.

Unterm Strich haben die 5 Musiker wirklich alles gegeben und gute Stimmung gemacht, auch wenn der Großteil der Setlist und die Musik allgemein nicht so wirklich mein Ding ist, bestand die Hauptsache darin, endlich mal wieder ein wenig Live Musik zu schnuppern.

 
Über Bob Rock 353 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.