Iron Maiden – Senjutsu

„Iron Maiden“ – braucht man das noch, oder kann das weg? Versteht mich nicht falsch, die NWOBHM Legende hat bis 1992 unsterbliche Hits in der Metal Welt hinterlassen, aber alles was nach „Fear of the Dark“ kam, ist nicht mehr wirklich der Rede wert. Seit 29 Jahren langweilen „Maiden“ fast ausschließlich herum. Die Neuzeit hat der Band meiner Meinung nach einfach kein Stück gut getan. Die beiden Totalausfälle „The X Factor“ und „Virtual XI“ ohne Bruce Dickinson (weil eben drum) seien mal außen vor gelassen, jedoch ist die Band nach der Wiedervereinigung auch nie sonderlich spektakulär aufgefallen. „Brave New World“ und „Dance of Death“ waren 2000ner Kitsch und bis auf den einen oder anderen Song überflüssig. „A Matter of Life and Death“ von 2006 blieb stattdessen relativ positiv in Erinnerung, jedoch schloss sich mit „The Final Frontier“ der nächste Totalausfall an. Die Platte klang wie ein Schüleralbum. „The Book of Souls“ hatte wenigstens wieder ein paar gute Ansätze, aber konnte im großen und ganzen auch keine Akzente setzen. Welchen Anspruch sollte man also nun noch an das aktuelle „Senjutsu“ hegen? Nun, wer welchen hatte, kann diesen nun endgültig mit dem fertigen Ergebnis begraben. Das längste „Iron Maiden“ Album (fast jeder Song ist 10 – 13 Minuten lang) ist nämlich eher eine 80 Minuten lange Zeitverschwendung, als eine erhoffte Erlösung aus der Trostlosigkeit. Lediglich die Single „Stratego“ und der Rausschmeißer „Hell on Earth“ haben zumindest Gehör verdient, klingen aber auch nur wie aufgewärmte Kost von Dingen, die wir in der Vergangenheit 3x besser gehört haben. „Maiden“ sollten langsam wirklich in Rente gehen, denn die Kurve bekommen sie einfach nicht mehr, was obendrein leider auch sehr schade ist.

Unterm Strich bleibt nichts weiter zu sagen, außer erneut die entscheidene Frage zu stellen: Braucht man das noch, oder kann das weg?

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.