Dee Snider – Leave A Scar

Das der ehemalige „Twisted Sister“ Frontmann kein Bock auf Rente hat, macht er mit seinem dritten Solo Album mehr als deutlich. Bereits die letzte Platte glänzte schon durch außergewöhnliche Härte, so das Dee Snider garnicht erst den Anschein erweckt, im Retro Modus zu verweilen, was natürlich auch absolut nicht verkehrt gewesen wäre. Jedoch setzt „Dee“ mittlerweile mehr auf knallharten, modernen Metal. Jenes macht er u.a. damit deutlich, das er auf „Leave A Scar“ mit George „Corpsegrinder“ Fisher von den „Cannibal Corpse“ zusammen gearbeitet hat. Wenn das nicht mal gute Vorzeichen für eine richtige Schmetterscheibe sind, was dann?  An ordentlich Schmackes mangelt es dem Album also bei weitem nicht, dennoch kann und muss man „Dee Snider“ zum Vorwurf machen, das er sein gesamtes Feuer zu früh verschossen hat. Die erste Albumhälfte ist nämlich außerordentlich mitreißend, während die zweite eher etwas schleppend und wenig inspirirend verläuft. Mit dem Rocker „I Gotta Rock (Again)“ und dem Brecher „All Or Nothing More“ kommt gleich die richtige Stimmung auf. Charlie Bellmore und Nick Petrino an den Turbobrettern, machen dabei ordentlich Dampf und bewegen sich kontinuirlich zwischen Hammerharten Heavy Metal, Thrash und Hardcore Einflüssen. „Down But Never Out“, „Before I Go“, „Open Season“ und „Silent Battles“ machen ebenfalls richtig Spaß und entfachen ein paar stimmungsvolle Nackenbrecher. Danach fällt „Leave A Scar“ allerdings mehr und mehr ins Mittelmaß. Zwar bekommt man mit „In For The Kill“ oder „Time To Choose“ noch recht annehmbare Stampfer auf die Ohren, dennoch schwindet der Eindruck kaum, das man ansonsten eher Album Tracks ab arbeitet. welche auf jedenfall hätten besser sein können. Sei es drum, in Sachen Nackenbrecher Metal hat „Dee Snider“ ein weiteres mal ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Möge er uns noch lange erhalten bleiben.

Unterm Strich ist die erste Hälfte saustark, die zweite Hälfte größtenteils souveräne aber wenig anspruchsvolle Kost. Dennoch geht „Leave A Scar“ als Gut in die Metal History ein, da man hier durchgängig grandiose Gitarren Riffs abschmettert. Leider fehlt am Ende etwas das Sahnehäubchen, hat jedoch genug an Bord, um den geneigten Fan zu begeistern.

 

 

 

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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.