Harpyie – Minnewar

Die Band “Harpyie” ist nun schon 10 Jahre alt geworden und hat sich für ihr Jubiläum gleich zwei Alben vorbehalten. “Minnewar” ist nun die erste Veröffentlichung davon und ein reines Cover Album geworden. Das dürfte auf den ersten Blick nicht für die ganz große Freude sorgen, aber die meisten “Harpyie-Versionen”, verschiedener Mittelalter Klassiker, funktionieren wirklich gut. Da lassen es sich selbst einige Original Interpreten nicht nehmen, auf “Minnewar” fröhlich mit zu mischen. Neben “Saltatio Mortis” haben sich nämlich auch “Mr. Hurley & die Pulveraffen und “Annie Hurdy Gurdy” dazu gesellt. Also auf gehts.

“Luna Luna’s – Wenn ich tot bin” bekommt gleich zu Beginn eine rockige Version verpasst, die mir gleich beim ersten mal schon richtig gut gefallen hat. “Tanz mit mir” welches im Original von “Faun” stammt und auch schon von “Santiano” gecovert wurde, hebt sich zwar nicht großartig ab, ist dafür aber schön rockig und wird außerdem noch von den Piraten “Mr. Hurley & den Pulveraffen” begleitet. Beim “Spielmannsschwur” haben “Saltatio Mortis” ihre Dudelsäcke gespendet um ihr eigenes Cover zu musikalisch zu begleiten. Das ist echt mal pfiffig. Vorallem klingt die “Harpyie Version” wesentlich rauer und düsterer als das Original. Mit “Krabat” covern sie sogar mal etwas aus dem Gothic Bereich. Das Original stammt von “ASP”, doch mit dieser Band konnte ich noch nie etwas anfangen, so das ich diese Version hier deutlich vorziehe. “Santiano” bekommen auch noch ein zweites Tribut gezollt. “Mit der rockigeren Version von “Es gibt nur Wasser”, klingen die Piraten deutlich knackiger. “Rapunzel” von “Letzte Instantz” oder “Thekenmädchen” von “Versengold” haben mich ebenfalls in der Cover Version überzeugt. Hier mag ich aber weiterhin beide Versionen gleichermaßen. Als sich “Harpyie” aber an die absoluten Klassiker heran wagen, wird es schwierig. Bei dem “Mr. Hurley & Die Pulveraffen” Klassiker “Blau wie das Meer” habe ich schon von Anfang an Bedenken gehabt und die dieses Cover klingt mir leider doch etwas zu überladen. Ans Original oder der Plankrock Version kommt es nicht heran. Und beim “Vollmond” von “In Extremo” hingegen, passt die sonst so tolle Stimme von Aello einfach nicht. “Subway to Sally” bekommen dann auch noch ein Cover verpasst. “Kleid aus Rosen” gefiel mir aber im Original schon nicht und “Harpyie” haben es trotz einem neuen Text, auch nicht sonderlich verbessert. Zum Schluss folgt das Duett mit “Annie Hurdy Gurdy.” Hier hat man sich noch an “Willst du” von “Schandmaul” versucht, doch Aello wirkt in dem Song, stimmlich einfach genauso fehl am Platz.

Am Ende haben sie etwas zu viel gewollt. Sobald sich “Harpyie” wirklich an die Großen heran wagen, scheitern sie meist an der nicht passenden Stimme von Aello, was allgemein ziemlich schade ist. Die Meisten Songs haben wirklich ihre Originale übertroffen oder sind zumindest ebenwürdig geworden, doch am Ende müssen die Sturmvögel feststellen, das Aello auch nicht jeden Song singen kann. Trotzdem ist “Minnewar” auf jeden Fall ein gutes Cover Album, das man sich als Mittelalter Fan wirklich mal anhören sollte. Im Großen und Ganzen sind hier echt eine ganze Reihe toller, neu interpretierter Leckerbissen zu hören.

 
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