Hellryder – The Devil is a Gamler

Bereits 2017 hatten Chris Boltendahl und Axel Ritt die Idee, abseits ihrer Band “Grave Digger”, den Heavy Metal wieder zu seinen Wurzeln zu tragen. Da man aber mit den Grabräubern mittlerweile andere Wege geht und auch dabei bleiben möchte, musste ein neues Nebenprojekt her, so das “Hellryder” kurzerhand aus dem Boden gestampft wurde. Komplettiert wird die Band durch den Bassisten Steven Wussow von “Ordan Ogan”, sowie “Gregorian’s” Schlagzeuger Timmi Breideband. Das Ergebnis ist ein zwar nicht rundum gelungenes, aber ein verdammt wuchtiges und kultiges Album, das vor Oldschool Attidüte, Lederjacken und einem wahren Heavy Metal Donnerwetter nur so protzt. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als “Dirty Kick Ass Metal” und genauso klingt er auch. Boltendahl gröhlt noch eine ganze Spur tiefer als man es von ihm gewohnt ist und was Axel Ritt da für einen Wahnsinns Groove an der 6-Saitigen schreddert, weiß ohnehin nur Axel Ritt. 😉 Gepaart mit Double Bass und einem Orkan an den Drums geht “The Devil is a Gamler” wahrlich durch Mark und Bein.

Bereits der Opener “Hellryder”, in dem die Band sich selbst beschallt, zeigt genau alles das auf, was dem geneigten Hörer hier erwartet. “Hell, Hell, Hellryder” ist ein wahres Metal Inferno. Das Album besticht vorallem durch seine dumpfe Produktion mit einem ganz gewissen Sound, der einem beim durchhören die Hölle schmecken lässt. “Sacrifice in Paradise”, “Night Rider” und “I Die for You” gehen richtig ab. Tempo und Wuchtigkeit geben sich hier keine Blöße und dürfen zukünftig auch auf keinem Hellryder Konzert fehlen. Beim Titeltrack hat sich Chris Bolthendal besonders mühe gegeben. Der Midtempo Groover ist wahrscheinlich nicht nur der beste Song des Albums, sondern lebt vorallem auch durch seine markante und einmal mehr melodisch eingesetzte Stimme im Chorus. Der Song wird zukünftig ähnlich wie “Tunes of War” das Mitgröhl-Highlight auf den Konzerten sein. Zwischenzeitlich streuen sich aber auch ein paar wenige Füllertracks ein. “Jekyll & Hyde”, “Faceless Jesus” oder “Chainsaw Lilly” können allesamt nicht wirklich im Ohr hängen bleiben. Glücklicherweise ist der Durchhänger nur von kurzer Dauer. Mit dem Hochgeschwindigkeits-Metaller “Bad Attitude” und der Midtempo Granate “Passion Maker” gelingt ihnen die Kurve. Vorallem scheint man sich mit “Harder Faster Louder” für die Wacken Hymne 2022 bewerben zu wollen. Der Song atmet den wahren Geist des Holy Ground. Und nicht zu vergessen der Bonus Track. “I Don’t Wanna Die” klingt wie ein melodischer Rock Klassiker aufgemotzt in “Hellryder” Heavy Metal. Cool gemacht.

Unterm Strich ein gelungenes Debüt, das zwar nicht ohne ein paar Hänger auskommt, jedoch voll und ganz seine Erwartungen erfüllt. Dieses Album wird jeden begeistern.

 
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.