Caliban – Zeitgeister

Haben „Caliban“ da etwa eine neue Masche der einfallslosen Cash Cow entdeckt oder geht das noch als Verbesserung durch? Mit ihrem neuen Album „Zeitgeister“ gibt es faktisch bis auf den Song „nICHts“ (Wie passend!) auch nichts neues auf die Ohren. Viel mehr stellt „Zeitgeister“ eine Neuverwertung alter Materialen dar. Genauer gesagt, hat man sich hier Tracks aus den ersten Drei Alben zusammen gewürfelt und diese Deutschsprachig neu aufgenommen. Zugestehen muss man ihnen ja schon, das die Neuaufnahmen nun wesentlich besser daher kommen, als die jeweiligen Originale, jedoch gelingt es „Caliban“ meiner Meinung nach trotzdem nicht, die einzelnen Songs zu etwas besonderem zu machen. Keine einzige Neuaufnahme bleibt wirklich im Ohr hängen – zugegeben, die Originale auch nicht. Was rechtfertigt also letztendlich dieses Album wirklich? Wurden hier möglicherweise alte Verträge erfüllt und ein Mindestmaß an Material zu einer Platte zusammen getragen? Zumindest wirkt es auf dem ersten Moment so, als hätte man es hier mit einer Standart Prozedur zu tun, wenn man irgendwie und irgendwo noch ein Album abzuliefern hat. Es bleibt jedoch alles ohne weitere Informationen reine Spekulation. Der neue Song ansich geht in Ordnung, besitzt aber kein sonderliches Hit Potential. Zumindest überwiegt dieser dem dargebotenen Rest, so das man „nICHts“ als Digitale Version durchaus den MP3 Käufern empfehlen kann. Für einem Erwerb des kompletten Albums kann ich allerdings keine Empfehlung aussprechen. „Zeitgeister“ bleibt Geschmackssache, aber an diesem Werk scheiden sich zweifelsfrei auch die Geister.

Unterm Strich werden die knallharten „Caliban“ Fans auch hier wieder zuschlagen, aber im Großen und Ganzen ist man vom Vorgänger „Elements“ und vorallem von den großen Erfolgen der Band doch weit enfernt. „Elements“ war zwar auch nicht der ganz große Wurf, hatte aber wesentlich mehr zu bieten. Schade, es bleibt weiterhin darauf zu warten, das die Band endlich wieder ihr ganzes Potential auffährt. Davon haben sie schließlich – da sind wir uns sicher alle einig – eine ganze Menge.

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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.