Überflüssig – Das Phantom der Opfer

Sie sind wieder da. Das TrashPop-Punkrock Duo von „Überflüssig“ hat uns in diesem Jahr mit „Das Phantom der Opfer“ ein neues Album beschert, welches uns auf dem Promo Postweg erreicht hat. Speziell zu meinen Händen adressiert, bedanke ich mich ganz herzlich bei der Band und widme mich sehr gern wieder der neuen Veröffentlichung.
Während das letzte Album „In ihrem Abonnent enthalten“, ein durchgängiger Ohrwurm gewesen ist, war ich persönlich doch sehr gespannt darauf, wie die Reise weiter geht. Und abgesehen davon, das die Band sich dieses mal etwas mehr im Hardrock austobt, hat sich eigentlich garnichts geändert. Die 12 Songs sind unterhaltsam, lustig, mal mehr und mal weniger rockig, weiterhin Gesellschaftskritisch, abwechslungsreich und bleiben vorallem meist im Ohr. Besonders gefällt mir, das die Band sehr häufig diverse Genre Sprünge macht und dabei trotzdem voll und ganz sich selber treu bleibt.

Das Intro wird dieses mal mit der „Overtüre zur genialsten Ansage der Welt“ betitelt. In knapp 2 Minuten rocken „Überflüssig“ ordentlich laut in die CD hinein. Erfrischend wirken hier auch immer die Audio Einsprecher, die zur Belustigung beitragen. In „Der Dieselskandal und Umweltsong“ macht sich die Band auf charmanterweise und Ohrwurmartig über die aktuelle Klima Hysterie lustig, während man sich mit „Es geht weiter“ an einem Westernhagen Cover Version versucht. In „Nicht die Norm“ beschallen „Überflüssig“ die Mitläufergesellschaft, zu der sie auf keinen Fall dazu gehören wollen. Nicht die alltägliche Norm eben. „Die Utopie der Utopie“ schießt gegen Regierungsversagen und die Neuaufnahme von „Wandelnder Wald“, welche schon mal auf „Seltsamergeddon“ erschien, scheppert nun einwenig mehr. Auch dem absoluten Ohrwurm „Keine Liebeslieder“ steht die raue Gitarre richtig gut. „Aus dem Tagebuch eines Amokläufers“ setzt sogar noch ganz neue Akzente. Hier driften „Überflüssig“ schon in eine wilde Metal Orgie ab. Es ist wirklich erstaunlich das so jeder Song wieder komplett anders klingt. „Experiment Leben“ wird z.B. im Erzählmodus vorgetragen. Lediglich der Refrain ist gesungen und in „Ganz egal“ bekommen wir es mit einer Arkustik Ballade zu tun. Als Bonus liegen ansonsten noch zwei reine Punk Songs bei.

Insgesamt halte ich das „Phantom der Opfer“ wieder für ein sehr gutes Album, auch wenn es nicht ganz an seinen Vorgänger mit den Ohrwürmern am Fließband heran kommt. Dafür ist das neue Werk deutlich rockiger und wahnsinnig Abwechslungsreich geworden, so das jede Veröffentlichung ihre ganz eigenen Vorzüge hat. Mir macht die Band auch weiterhin riesig spaß.

 
Sari Louvre
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Manchmal musst du das Chaos nur ein bisschen schütteln, um ein Wunder daraus zu machen.