The Gäs – Savage

Zugegeben, dieses Album ist schon etwas älter, dennoch soll diese gerade aufstrebende Band nicht unbeachtet bleiben. Die 5 Musiker, welche sich in Köln, mitte 2017, zu „The Gäs“ formierten und 2018 mit dem Debüt „Savage“ einen furiosen Start hingelegt haben, sind seither aus den Clubs nicht mehr wegzudenken. Musikalisch im 70er Jahre Rock’n’Roll verankert, setzt sich ihr eigener Stil aus den Wurzeln von AC/DC und schlüpfrigen Sleaze Rock zusammen. Kein Wunder also, das man heute immer noch mit dem schlichten, aber immer noch furiosen 3 Akkorde Vollgas Rock’n’Roll, deutliche Akzente treffen kann. Old but Gold. Allerdings wäre es völlig unangebracht von der xten Kopie zu sprechen, denn „The Gäs“ kopieren insgesamt recht wenig. Vielmehr drücken sie „Savage“ ihren ganz eigenen Stempel auf, welcher nicht minder das Erfolgsrezept zu sein scheint. Die 8 kernigen Songs des Debüts, rollen wie eine Dampfwalze daher und verkörpern die volle Breitseite Rock’n’Roll.

Beginnend mit dem Opener „Legend“ legen „The Gäs“ gleich den ersten, groovigen Knaller hin. Mike Schneider und Jakob Timmermann sind an den Gitarren ein eingespieltes Team und die Rythmus Fraktion am Bass (Michael Krohl) und Drums (Sina Doering) schieben von hinten ordentlich an. Gesanglich bringt Pedro Cardoso eine gewisse Frische mitsich, die im krassen Gegensatz zum üblichen Reifeisen Gegröhle steht. Dies ist auch ein weiterer Faktor, mit dem sich „The Gäs“ von den anderen Vertretern abheben. Der Song „Player“ überzeugt vorallem durch seine Solis und der wuchtigen Hookline. Das lässt sich aber auch fast zweifellos auf alle vertretenen Songs übertragen. Besonders überraschend ist der seicht verträumte Beginn des Songs, der ebenso wieder endet, aber dazwischen einen wuchtigen Drive erfährt. Auch „Blinded“ kann wieder mit seinem ganz eigenen Groove, den geneigten Hörer voll einfangen. Melodisch, ein Hauch von Blues und mächtig VollGÄS. Anschließend nimmt man das Tempo etwas an die Leine. „One More Word“ und „No Smoke without Fire“ sind zwei Midtempo Nummern, welche zum einen auf Bluesrock und zum anderen wieder auf stampfenden Hardrock setzen. Die Kölner überzeugen Song für Song. Langeweile kommt zu keiner Sekunde auf. Der Titeltrack fetzt, wie es sich gehört und auch der Nachfolger „Powerage“, welcher allein durch seinen Namen schon in große Fußstapfen tritt, beweist cleverness und fetten Sound. Als Rausschmeißer macht auch „21_9“ eine gute Figur. Weniger durch Tempo, dafür mehr über knackige Drums und harterm, Blueslastigem Midtempo Groove, wird auch dieser Song zu einem Erlebnis.

Unterm Strich haben „The Gäs“ mit „Savage“ ein musikalisch, hochwertiges Rock’n’Roll Album abgeliefert, das einen schnörkelosen Zeitgeist der 70er atmet. Eine wirklich interessante Band, die mit Sicherheit noch wesentlich mehr im Köcher hat. Hier kann man wirklich gespannt sein, was als nächstes kommt.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.