Fireforce – Rage of War

Wer glaubt, in Belgien gäbe es nur eine richtig gute Power Metal Band, hat ordentlich ins Klo gegriffen, oder aber noch nichts von „Fireforce“ gehört. Das Quartett legt mit Studioalbum Nummero 4 – „Rage of War“ – einen derartigen Orkan, gepaart aus Heavy und Power Metal hin, das es eine wahre Freude ist. Das Genre ist besonders in den letzten Jahren, größtenteils viel zu weich und mit Tralalala Chören verwässert worden. „Fireforce“ hingegen zeigen endlich wieder, wie Power Metal mit ordentlich Dampf funktioniert. 13 wuchtige Hochgeschwindigkeitssongs, getränkt mit Melodic und Bärenstarken Riffing, lassen „Rage of War“ schon jetzt als heißen Anwärter auf das Genre Album des Jahres zu.
Beginnend mit dem Titeltrack, der gleich alles platt walzt, oder dem eingängigen „March or Die“, welches in bester „Manowar“ meets „Hammerfall“ Manier daher poltert, könnte der Einstieg in die neue Platte kaum besser sein. Doublebass mag zwar vielleicht vielen schon zum Hals raushängen, bleibt aber meiner Meinung nach ein wichtiger Faktor im Metal Bereich. „Ram it“ kommt teils etwas melodischer daher, donnert aber nicht weniger als seine Vorgänger. Bei „Firepanzer“ sind deutliche „Judas Priest“ Einflüsse wahrnehmbar, aber das Drumfeuer soll in dieser Heavy Granate nicht unausgesprochen bleiben. Hartes Brett, Halford-artige Screams, wahnsinnige Gitarren Riffs und eine Schießbude des Todes. Wohl DER SONG des Albums! „Running“ poltert wie ein Ungeheuer hinterher, bis die Ballade „Forever in Time“ kurzzeitig mal auf die Bremse tritt. Die Zweite Hälfte beginnt allerdings mit einigen Schwächen. „101-118“ kommt nicht über einen Albumtrack hinaus. Besser machen es die Belgier direkt im Anschluss mit „Army of Ghosts“, dem Stampfer „Rats in a Maze“, oder dem eingängigen „A Price to Pay.“ Hier wird sich keine Blöße gegeben und voll aufs Gas gedrückt. Weiter geht es mit treibenden Nummern ala „From Scout to Liberator“ und „Blood Judge“, die schließlich mit dem Midtempo Rausschmeißer „Tale of the Desert King“, zu einem runden Abschluss führen.

Unterm Strich wummert und fetzt „Rage of War“ wie die musikalische Hölle. „Fireforce“ haben hier meiner Meinung nach, ein qualitativ hochwertiges Album mit mächtig Schmackes abgeliefert. Zwar ist mit „108-118“ auch ein eher schwächerer Song vertreten, aber der fällt in der Masse der restlichen, gelungenen Stücke nicht weiter auf. Absolute Kaupfempfehlung meinerseits.

Über Bob Rock 341 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.