Iron Savior – Skycrest

Die Hamburger Power Metal Kapelle von „Iron Savior“ war in den letzten Jahren besonders schwer aktiv, was Veröffentlichungen angeht, dennoch ist Masse nicht gleich Qualität. Tatsächlich tat sich die Band, meiner Meinung nach, auf ihren Studioalben immer äußerst schwer. „Iron Savior“ hatten immer wieder zweifelslos ihre Hits, doch die Studioalben selbst, ließen in der Regel zu Wünschen übrig. Zuviel belanglose Ausschussware trafen meist auf 2 – 3 gute Tracks. Dementsprechend hatte ich auch hier nicht wirklich mehr erwartet und wurde dennoch extrem positiv überrascht. „Skycrest“ protzt nur so vor musikalischer Energie und stellt alles bisherige der Band in den Schatten. Bereits beim ersten Durchlauf war völlig klar, das „Iron Savier“ sich in Zukunft an diesem Album werden messen müssen. Was ein gelungenes Brett. 12 Songs die durch die Bank weg fetzen und nicht einmal Langeweile aufkommen lassen. Mit so einer audiovisuellen Granate, die einen von der ersten Sekunde an in den Band zieht, haben wohl die wenigsten gerechnet.

Das epische, instrumentale Intro „The Guardian“, welches direkt den Titeltrack und Opener „Skycrest“ nahezu Märchenhaft einleitet, taucht ein, in eine wuchtiges, Double Bass, Melodic Power Metal Groove Ungeheuer, das mit allen nötigen Zutaten nur so vor sich hin protzt. Es ist zwar nichts ungewöhnliches, das „Iron Savior“ gleich mit einem Kracher beginnen, ungewöhnlich war bisher eher die Tatsache, das Niveau A) allgemein zu steigern und B) auch zu halten. In der Tat wüten die Hamburger auf „Skycrest“ diesmal enorm, verlieren aber zu keiner Zeit ihre übliche Melodic, so das nahezu jeder Song ein kleiner oder großer Ohrwurm geworden ist. „Our Time Has Come“, „There Can Be Only One“ und „Silver Bullet“ bewegen sich im ähnlichen Fahrwasser, während „Hellbreaker“ das Tempo etwas bremst und sich mehr im klassischen Heavy Metal heimisch fühlt. Ebenso reihen sich das wummernde „Souleater“, das mit markanter Bass Line auffällt, das äußerst raue „Welcome to the New World“ oder die Hymne „Raise the Flag“ in diese Schiene ein. Mit „End of the Rainbow“ haben „Iron Savior“ sogar einen Stadion Kracher geschaffen. Das ist DER Song des Albums! Balladesk geht es in „Ease your Pain“ weiter, welches auch nur die kurze Ruhe vor dem Sturm zelebriert. Der Rausschmeißer „Ode to the Brave“ hat nämlich nochmal richtig Feuer drin. Die Nummer knallt genauso wie das Album mit seinem Titeltrack schon begonnen hat, ohne dabei jeglichen Ohrwurmfaktor einzubüßen.

Unterm Strich überraschen „Iron Savior“ mit einem Power Metal Meisterwerk, welches ich von dieser Band so niemals erwartet hätte. Hier muss ich meinen Hut ziehen. Ein verdammt lauter Genuss zum Jahresabschluss.

Über Bob Rock 341 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.