Pyramaze – Epitaph

Von den Power Metal Anfangstagen haben sich „Pyramaze“ im letzten Jahrzehnt längst ins progressive Genre entwickelt. 2020 erscheint nun mit „Epitaph“ das mittlerweile 6te Studioalbum der Schweden, welches wieder einmal mit dem typischen Sound (ein Mix von Hansi Kürsch meets Kamelot) und altbewährter Klasse aufwartet. Der wuchtig, melodische Stil der Band vermag stets Akzente zu setzen und Genre Größen wie „Iced Earth“ locker in die zweite Reihe zu katapultieren.

Der episch, donnernde Opener „A Stroke of Magic“ fegt bereits wie ein Orkan aus den Boxen und wird im Anschluss vom Synthie-Wave-Metaller „Steel my Crown“ in neue Spheren begleitet. Bereits nach zwei Songs ist klar, „Pyramaze“ versuchen sich selber noch einmal mit Erfolg zu revolutionieren. Der Melodic Double Bass Kracher „Knights in Shining Armour“ untermauert dies nicht nur, er lässt auch sämtliche Fäuste in die Höhe schwingen, während die Power Rock Nummer „Bird of Prey“ einwenig zu erden vermag. Weitere Songs wie „Indestructable“, „Your Last Call“ und „World Foregone“ halten die progressive Fahne steil in den Wind, wenn auch nicht ganz so stark wie ihre Vorgänger. Doch „Epitaph“ hat auch seine Schwächen. Songs wie „Particle“, „Transcendence (feat. Brittney Slayes)“ und „Final Hour“ wirken etwas einfallslos und verirren sich meist in banale Song Strukturen. Damit kann man aber gut leben, wenn der Rest seine Sache ordentlich macht. Vorallem der Zwölfminütige Schlussakt hat es nochmal gewaltig insich. Hier wurden sogar die beiden ehemaligen Sänger Matt Barlow und Lance King ans Mikro zurück geholt. Ein grandios, epischer Brecher zum Abschluss.

Unterm Strich ist zwar nicht alles Gold was glänzt, dennoch kann man mit „Pyramaze“ kaum etwas falsch machen. Die Schweden sind und bleiben qualitativ eine große Nummer in der progressiven Szene.

 
Bob Rock
Über Bob Rock 340 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.