Phil Campbell and the Bastard Sons – We’re the Bastards

Phil Campbell and the Bastard Sons melden sich mit einem ordentlichen Wumms zurück. Der lang erwartete Zweitling „We’re the Bastards“ von Old Phil und seinen Söhnen besticht durch noch mehr Spielfreude und Eigenständigkeit, als es der Vorgänger je tat. Mittlerweile hat man sich glücklicherweiße fast komplett von alten „Motörhead“ Zeiten entfernt und beginnt sich mehr und mehr zu entfalten. Ordentlicher Groove, fettes Riffing und wieder eine Prise Blues haben sich auf der neuen Platte zusammen gefunden und liefern ein allseits stimmiges und rundes Gesamtbild ab. Dagegen wirkt das durchaus gelungene „Age of Absurdity“ noch wie eine Findungsphase. Zwar definitiv eines der besseren Art, doch wird das Debüt von „We’re the Bastards“ locker in den Schatten gestellt. 13 Tracks die allesamt keine Durchhänger aufweisen, entpuppen sich als enorm frisches Gesamtprodukt. So hat man Phil Campbell definitiv noch nie gehört.

Der Titeltrack fungiert auch gleich als fetziger Opener. Schlicht, aber mit Message. „We’re the Bastards and we coming for you.“ Das schnelle „Son of a Gun“ hätte auch locker auf dem Erstling Platz gefunden. Der Song erweißt sich als gewohnte „Bastards“ Kost. Die Highlights scheinen sich allerdings erst später zu entfachen. „Promises are Poison“ z.B. besitzt enormes Hit Potential. Der Track grooved ordentlich und der Rythmus weiß gleich zu begeistern. „Born to Roam“ besticht durch einen leicht süffigen Hardrock und Blues Mix und kann damit ebenso zu den neuen Highlights aus dem Phil Campbell Universum gezählt werden. „Animals“ ist vom Tempo her gesehen wohl der einzige Song, der „Motörhead“ am nächsten ist, aber dennoch durch erfrischenden Tempowechsel und Abwechselung nicht als Plagiat daher kommt. Leicht melodisch und heavy entfacht sich „Bite My Tongue“ mit seinen Bluesgetränkten Solis enorm stark. Selbst beim etwas ruhigeren Blues Rocker „Desert Song“, erweisen sich die „Bastards“ als versierte und vielseitige Musiker. Auch wenn „Keep your Jacket On“ einwenig wie an eine Nummer vom Debüt erinnert, hat die Band reichliche Updates eingebaut. Das Riffing wirkt einfach insgesamt breiter und vielseitiger. „Lie to Me“ wird von singenden Solos und groovigen Power Riffs faktisch beherrscht und macht aus einer eher schwächeren Nummer, wieder ein kleines Highlight. „Riding Straight to Hell“ wummert wie die Hölle und „Hate Machine“ tritt voll aufs Gaspedal. „Destroyed“ scheint eher als eine Art, kurze Fun Nummer eingestreut worden zu sein, macht aber in seiner geringen Laufzeit durchaus Spaß. Zum Abschluss kommt mit „Waves“, wie schon bei „Age of Absurdity“ wieder eine 6 Minütige Ballade daher, die aber diesmal weitaus sanfter, aber musikalisch sehr hochwertig daher kommt. Selten hat eine Bass-Line so deutlich Spaß gemacht, gespickt mit Solo Parts, die an 80er Jahre Glam Rock Highlights erinnern, wird „We’re the Bastards“ grandios abgeschlossen.

Stets nach dem Motto: „All Killer, no Filler“, kann das neue Album der „Bastard Sons“ voll und ganz überzeugen. Eine derartige Steigerung hätte man sicherlich nicht direkt erwartet, allerdings machte Phil Campbell’s zwischenzeitliches Solo Album „Old Lions still Roar“ schon deutlich, was in dem alten Recken steckt. Die dritte Platte kann kommen!

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.