U.D.O. und das Musikkorps der Bundeswehr – We Are One

Als Musiker ist Udo Dirkschneider unumstritten. Legendäre Alben mit „Accept“ und schließlich mit seiner Solo Band „U.D.O.“ gehören schon fast zum Standart des „German Tank.“ Dementsprechend liegt die Messlatte, wie eben auch die dargebotene Qualität seitens des kleinen Wuppertaler Riesen, sehr hoch. Doch das aktuelle Studioalbum wird die Gemüter der Fans und schweren Metaller in zwei Lager spalten. Nun hat es auch Dirkschneider getan und ein Album mit Orchester aufgenommen. Was Klassik im Metal zu suchen hat, bleibt mir weiterhin schleier – bis rätselhaft. Hier wird meiner Meinung nach, ein ominöser Trend weiter fortgeführt, den weder Udo, noch sonst jemand in der Szene nötig hat. Doch die eigentliche Frage die man sich stellen sollte, lautet: Ist „We Are One“ überhaupt noch ein Metal Album? Hier trifft massives Gedudel auf teils harte, aber durchs Orchester einfach viel zu abgeschwächte Riffs im Gewand des gewöhnlichen Udo-Gekrächze. Nimmt man das massive Geklimper mit einigen instrumentalen Tracks mal heraus, bleibt letztendlich aber auch nicht viel übrig, was ein herkömmliches U.D.O. Album ausmachen würde. Hier sind lediglich die Songs „Pandemonium“, Der Titeltrack „We Are One“ und „Neon Diamond“ gelungen, wenn man das Orchester nachträglich wieder entfernen würde. In seiner vorliegenden Version, haben selbst diese Songs für mich einen faden Beigeschmack. Der Rest ist eher experimentell und bedient keinerlei Erwartungshaltungen, daher sei jedem beim anhören gleich eine Warnung vorab ausgesprochen. Ich will damit nicht sagen, das daß Album „We Are One“ schlecht ist. Musikalisch bewertet, steht das nochmal auf einem ganz anderen Blatt, doch ein „U.D.O.“ Album ist es ganz sicher nicht. Vermutlich soll es das auch garnicht sein, immerhin war das Experiment ja offensichtlich so gewollt.

Unterm Strich sei also jedem geraten, sich selbst ein Bild von der neuen Platte zu machen. Zweifelslos wird „We Are One“ in den Fanlagern für Furore sorgen, auf die eine oder andere Art. Ich persönlich werde eher einen weiten Bogen um dieses Scheibchen machen.

 
Bob Rock
Über Bob Rock 333 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.