Grave Digger – Fields of Blood

„Grave Digger“ sind mal wieder musikalisch in den Highlands unterwegs. Das ist zwar per se nichts neues, aber wo man sich wohl fühlt, da soll man auch verweilen. Vorallem wo die letzten Ausflüge immer sehr erfolgreich gestaltet wurden, macht da auch das neue Studioalbum „Fields of Blood“ keine Ausnahme, das gleichzeitig das 40jährige Band Jubiläum anstößt. Auf Chris Boltenthal und seine Grabräuber ist auch im Jahre 2020 verlass. Obwohl der Sänger selbst, das letzte verbliebene Original Mitglied darstellt, hat die Band bis heute keine Mängel eingebüst. Es ist sogar immer wieder bemerkenswert, wie qualitativ hochwertig und mit welcher Intensität an den einzelnen Studioalben gearbeitet wird. Es ist kaum 2 Jahre, als der Vorgänger „The Living Dead“ erschien, da bekommen wir schon das nächste Werk präsentiert. So schnell und effektiv, sind heutzutage die wenigsten Bands, denn meist aber nicht ausschließlich, will Gut Ding auch weile haben. „Fields of Blood“ bietet allem vorweg Hits und treibende Brecher, ganz wie man es von „Grave Digger“ gewohnt ist.

Nach dem Dudelsack Intro „The Clansman’s Journey“, geht der Opener „All for the Kingdom“ gleich in die Vollen. Krachende Drums, wummernder Bass, ein dickes Riff und das markante Organ eines Chris Boltenthal, beherrschen den donnernden Opener mit einem melodischen Chorus nach Maß. Ein typischer „Grave Digger“ Song. „Freedom“ kommt ähnlich, aber mit noch einer deutlichen Portion Double Bass daher. „Union of the Crown“ und das schwere „Gathering of the Clans“ wissen ebenfalls zu überzeugen. Etwas untypisch aber durchaus nicht ungewöhnlich (man denke nur an „Zombie Dance“) sticht „My Final Fight“ etwas heraus und bleibt Geschmackssache. Mit dem Noora Louhimo (Battle Beast) Duett in „Thousand Tears“, hatte man sich wohl einen Hit erhofft. Bei dem Song scheiden sich die Geister. Obwohl Chris hier stimmlich wirklich mal zu überraschen weiß, zündet der Song bei mir einfach nicht. Weitgehend besser gestaltet wurde meiner Meinung nach die Midtempo Hymne „The Heart of Scottland“ und vorallem das melodische „Lions of the Sea“, welches absoluten Hitfaktor besitzt. Das treibende „Barbarian“ bringt wieder klasssische „Grave Digger“ Kost ins Spiel und stellt ebenfalls eines der Highlights dar. Der utopisch über 10 Minuten lange Titeltrack weiß zwar auch zu begeistern, trifft aber nicht ganz meinen Geschmack. Als Rausschmeißer hat man ein episches Outro („Requiem for the Fallen“) gewählt, das zwar musikalisch funktioniert, aber meiner Meinung nach, ebenso wie ein Intro unnötig ist.
Unterm Strich also ein fast überwiegend positives Album. Lediglich das Duett mit Noora Louhimo und der Titeltrack sagen mir nicht sonderlich zu und die instrumentalen Stücke wie Intro und Outro, hätten nicht sein müssen, ansonsten aber wieder eine dicke und überwiegend positive Breitseite vom „Grave Digger“ Clan.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.