Invictus – Eden

Als im letzten Jahr die Meringer Metal Band „Invictus“ ihre EP „Burst the Curse“ veröffentlichten, war ich persönlich ziemlich begeistert von der Versiertheit und Spielfreude, welche die Fünf Mannen in den Drei Songs an den Tag legten. Nun rückt die Band mit ihrem ersten Studioalbum „Eden“ nach, was leider auf dem ersten Ohr etwas enttäuschend daher kommt. War die EP noch stark von „Helloween“ Einflüssen geprägt, so hat man sich auf „Eden“ davon weitestgehend wieder distanziert und spielt überwiegend klassischen Power Metal. Überraschend oder als logische Schlussfolgerung? Das kann an dieser Stelle natürlich nur die Band selber beantworten. Wenn man sich von dieser Erwartungshaltung aber einmal gelöst hat, bekommt man überwiegend ein immerhin durchschnittliches Metal Album geboten, dem es leider noch größtenteils an Highlights und der nötigen Durchschlagskraft fehlt. Nur wenige Songs, wie „Livin‘ in the Future“, „Break the Chains“, Insomnia“ und „Burning Empire“ stechen wirklich hervor und können zum Teil alte „Helloween“ Fans begeistern. Insgesamt ist das jedoch noch zu wenig, um wirklich auf dem Markt überzeugen zu können. Dennoch sollte man der jungen Band auch noch die nötige Zeit der Findungsphase und Reife zugestehen. Qualität und Potential sind hier reichlich vorhanden, daher können wir jedem nur den Rat geben, weiterhin genau hinzuschauen, was sich bei den Oberbayern in Zukunft noch entwickeln wird.

Unterm Strich ist „Eden“ zwar leider noch nicht das, was man sich vielleicht von der Band erhofft hätte, aber dennoch ein Fingerzeig in eine Richtung, in der es mit „Invictus“ noch gehen könnte. Radio Rock empfiehlt daher Band und Fans, dran zu bleiben. Hier ist noch lange nicht ausgespielt.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.