Hardbone – No Frills

Offiziell werden „Airbourne“ als die neuen „AC/DC“ Nachfolger gekrönt, für mich sind „Hardbone“ viel näher am Original, als die Brüder O’Keefe je sein werden. „Airborne“ spielen schneller, wilder und oftmals zu abgedreht, aber „Hardbone“ atmen einfach den wahren Geist des legendären Hardrock Schlachtschiffes. Ohne Schnickschnack und ohne zu kopieren, rocken die Hamburger schon seit 10 Jahren die Bühnen. Wie passend, das auch der Titel „No Frills“ für das aktuelle Studioalbum gewählt wurde. Keine Experimente, keine Neuheiten. „Hardbone“ geben wieder Vollgas und setzen ihre altbekannte Klasse fort. Das war meiner Meinung nach auch zwingend nötig, da der Vorgänger „Tailer Made“ allgemein zu lasch daher kam und den üblichen Druck vermissen lies. Mit „No Frills“ liefert man die promte Antwort in Form eines erhobenen Mittelfingers. Die neue Scheibe Rock’n’Rollt nicht nur wieder im klasschischen Sinne, sondern untermauert auch eine ordentliche, musikalische Reife der Band, die sich deutlich hörbar herauskristallisiert. Bereits die erste Single und zugleich Opener der neuen Scheibe, haut so dermaßen rein, das die Erwartungen zum jeweiligen Zeitpunkt an die neue Scheibe nochmal mächtig gestiegen waren. Letztendlich sorgte die Vorfreude auch für die erwarteten Momente auf „No Frills.“

„Bang Goes the Money“ – Was ist das bitte für ein Schweinegeiles Riff? Bei wem hier nicht die Kniescheibe wackelt, der ist tot! Unglaublich stark und nie wieder aus dem Kopf zu kriegen. Auch nach der Veröffentlichung noch mein absoluter Lieblingssong des neuen Albums. BANG BANG! Weiter geht es mit „Off the Beaten Track“, welcher astreinen Vollgasrock und furiose Gitarrendröhnung bietet. In „Too Hot“ und „A Man in His Prime“dreht man das Tempo etwas nach unten, setzt aber weiterhin auf klassischen Rock’n’Roll. Deutliche Steigerungen hat man in den zwischenzeitlich Blues angehauchten Solis gemacht. Ein Faktor der gleich herauszuhören ist und sich über das gesamte Album zieht. „Breaking the Chains“ klingt wie die Reanimierung eines Zusammenspiels der Young Brüder. Näher kann man den alten Helden nicht kommen. Der groovige Midtempo Blues Rocker „To Hell“ kommt zur richtigen Zeit und dürfte jeden Kopf im Takt nicken lassen. Bei „Holy Water“ lassen sich deutliche „ZZ Top“ Anleihen heraushören, wenn „Hardbone“ auf laute Art und Weise klar machen, das Whiskey nahezu heiliges Wasser für den Rock’n’Roller darstellt. Hammer Song! Weiter geht es mit Vollgas. „Less Talk, Less Bull“ – Shut up! Shut up! Damit ist alles gesagt. Bei „Boy’s Night Out“ kann man in den ersten Sekunden leicht den Eindruck, eines eigenen „Who Made Who“ gewinnen, wenn man den Bass in Ohrenschein wirft. Tatsächlich entpuppt sich der Song aber sehr schnell als eine weitere, typische „Hardbone“ Nummer, mit fantastischem Solo. Klassischer Rock’n’Roll mit Ohrwurm Faktor wird in „Back In The Day“ geboten, dafür entfacht „Beastlike“ ein echtes Feuerwerk. Der Song ist im wahrsten Sinne des Wortes auch ein echtes Biest in Rock’n’Roll Manier. Und letztendlich markiert „I’m Talking To You“ den Rausschmeißer, welcher ironischerweise auch noch den längsten Song der Platte darstellt. Die Message ist klar, denn so schnell wollen die Hamburger uns nicht gehen lassen. Bei solchen Songs, darf man auch ruhig die Laufzeit herauf schrauben, denn in knapp 6 Minuten überzeugt auch dieses leicht Bluesgetränkte Riff Ungeheuer auf ganzer Linie.

Trotz aller Vergleiche muss man gesondert festhalten: Hardbone kopieren nicht, sie ergänzen und interpretieren auf ganz eigene Weise einen Kult, der einst in Down Under entstanden ist und setzen diesen mit der richtigen, einzigartigen Würze fort. Das aktuelle Album ist durchweg ein gelungener Dauerbrenner und zählt eindeutig zu den reifesten und besten Werken der bisherigen Bandgeschichte. Gehandhabt und vollends überzeugt, wurde stets nach dem Prinzip: „All Killer, no Filler!“ Hell Yeah!

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.