Firewind – Firewind

Nach „Immortals“ legen die Griechen von „Firewind“ in diesem Jahr mit einem selbstbetitelten Album nach. Obwohl ich diesen Trend der Selbstbetitelung, irgendwann mitten in der eigenen Discografie noch nie wirklich verstanden habe und es in meinen Augen auch garkeinen Sinn macht, sofern es sich nicht um ein Debüt handelt, muss man vor „Firewind“ ganz klar den Hut ziehen. Das Album toppt nicht nur den Vorgänger „Immortals“ um Längen, sondern präsentiert sich mit Neu Sänger Herbie Langhans von seiner absoluten Schokoladenseite. Langhans passt stimmlich perfekt in die verspielte, aber durchaus wuchtige Riege rund um den Saitenhexer und Ex Ozzy Gitarrist Gus G.

Bereits zum Auftakt holen „Firewind“ den Dampfhammer zum Vorschein. „Welcome to the Empire“ besticht durch hartes und wuchtiges Riffing. Melodisch, fetzige Kraftakte stellen „Devour“, „Rising Fire“ oder „Kill the Pain“ dar. Starke und wandlungsfähige Solos hat sich das Quartett ohnehin auf den Leib geschrieben, wenn auch „Devour“ hier ein absolutes Paradebeispiel darstellt. Während „Rising Fire“ eher den Mitgröhlfaktor inne hat, wuchtet „Kill the Pain“ schon bald in „Arch Enemy“ Manier über den Plattenteller. Ein wahnsinnger Brecher, der von Langhans dennoch melodisch getragen wird. Doch geht es nicht immer nur Knallgas voraus zur Sache. „Break Away“, „Space Cowboy“ und „Overdrive“ schwirren eher in Classic Rock Regionen, aufgrund dessen, das hier auch Keyboard Einsatz zum tragen kommt. Mit „Perfekt Stranger“ entpuppt sich ein knackiges Riff Ungeheuer, während die Ballade „Longing To Know You“ kurzzeitg zu Erden weiß. Weitaus komplexer geht es in „Orbitual Sunrise“ und „All My Life“ zur Sache. Auch wenn man in „Orbitual Sunrise“ den Härtegrad um einiges zurück geschraubt und in „All My Life“ wieder verstärkt auf Keyboard Anleihen gesetzt hat, wissen beide Songs auf ihre Weise zu überzeugen.

Unterm Strich präsentieren sich „Firewind“ mit „Firewind“, musikalisch auf ganz hohem Niveau, da bleibt es nur zu hoffen, das die Ära mit Langhans diesmal länger hält, als so mancher Besetzungswechsel in der Vergangenheit. Wie dem auch sei – halten wir fest, das diese Platte einsame Spitze ist. Bitte in Zukunft mehr davon.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.