Schlagwetter – Bis in den Tod

Das dritte Studioalbum der „Schlagwetter(anen)“ überzeugt wie gewohnt in versierter NDH Manier. Auffallend bei „Bis in den Tod“ ist jedoch, das man im Gegenzug zum Vorgänger „Heimkehr“, diesmal rein garnicht auf industrielle Synthi Klänge gesetzt hat, stattdessen beschränkt man sich ausschließlich auf die volle Dröhnung NDH, mit seichter Keyboard Untermalung. Das ist auf erster Sicht einwenig schade, hatten doch gerade jene Ergänzungen, beim letzten mal das Salz in der Suppe ausgemacht und verdeutlichten vorallem sehr genau das Alleinstellungsmerkmal als nicht „Rammstein 2.0“ Klon abgetan zu werden. Das fehlen der zusätzlichen Klänge ist aber auch alles andere als gravierend, denn mittlerweile haben sich „Schlagwetter“ schon längst aus dem Schatten des großen Bruders gespielt. Die Bezeichnung „Klon“ hätte man vielleicht beim Debüt noch aufrecht erhalten können, doch seitdem haben sich „Schlagwetter“ meiner Meinung nach deutlich in die Creme de la Creme des NDH Sektors eingereiht, was „Bis in den Tod“ auch hier wieder bestätigt. Außerdem hat das Quartett diesmal deutlich auf die Tube getrückt und präsentieren sich härter als je zu vor.

Donnernde Drums, fette Riffs, die Message ist klar, „Schlagwetter“ sind „Wieder da.“ Der Opener, sowie das nachfolgende „Ich brenne auf“, hauen mächtig auf die Zwölf. Das ist NDH der Spaß macht! In der „Melodie des Todes“ geht es zwar nicht weniger zimperlich, dafür aber auch etwas melodischer zu. „Das Kind“ ist ein düsterer Groover, teils im Midtempo Style gehalten, während man mit „Meine Welt zerbricht“ eine mit dezenten Keyboard Klängen unterlegte NDH Ballade präsentiert. Das Balladeske Gegenstück dürfte „Dämon“ darstellen. Hier hat man sich lediglich wieder der wütenden Härte bedient, welche sich über das ganze Album zieht. Interessant ist auch das Joachim Witt Cover „Goldener Reiter“ im NDH Style. Hier beweisen „Schlagwetter“, das Covern in den seltensten Fällen doch mal ganz sinnvoll sein kann, wenn man den Song vom Sound her grundliegend verändert und komplett auf sich zugeschnitten hat. Der Titeltrack wird ebenfalls von dezenten Keyboard Klängen begleitet und treibt die zu Abwechselungsreichtum beitragende Melodic auf dem düsteren Kracher weiter voran. Gegen Ende heißt es nochmal Vollgas. „Brich dein Schweigen“ oder „Zeugen unseres Untergangs“ dröhnt wieder mächtig und zelebriert die Hauptmessage „LAUT“ auf einem rundum gelungenen Album.

Unterm Strich haben „Schlagwetter“ wieder alles richtig gemacht. Auch beim dritten Streich schafft es die Band, sich Soundmäßig wieder irgendwo neu zu definieren, ohne sich selbst zu kopieren, so das bisher jede Veröffentlichung für sich einen gewissen Stil bedient. Vorallem hat die Band aber ein gewisses Etwas, was der „große Bruder“ meiner Meinung nach nie besessen hat. Wenn man also überhaupt noch Vergleiche ziehen muss, dann eben jener, das „Schlagwetter“ meiner Meinung nach, schon immer die besseren „Rammsteine“ sind und waren. In diesem Sinne, weiter machen!

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.