Bonfire – Fistful of Fire

„Bonfire“ gehören zweifelslos zur absoluten Speerspitze des Melodic Hardrocks im deutschsprachigen Raum. Mittlerweile sind 48 Jahre vergangen, seit sich die Ingolstädter mal zusammen getan haben, um gemeinsam ihren Rock über deutsche Bühnen schallen zu lassen. Ich bin zwar kein Fan der Mannen rund um Alexx Stahl, doch eines muss man den Schanzern ja lassen: Sie prästieren sich stets als versierte Hit Lieferanten, auch wenn sie jene selten über einen kompletten Silberling verteilen.
Wenn auch der Opener „Gotta Get Away“ nur typische „Bonfire“ Kost bietet, haut „The Devil Made Me Do It“ ordentlich in die Lauscher und besitzt enormes Hit Potential. In „Ride the Blade“ geht ihnen leider die Härte etwas ab. Der Song ist zwar nicht verkehrt, kommt für meinen Geschmack aber etwas zu chillig daher. „When An Old Man Cries“ (auch zusätzlich in der Acoustic Version enthalten) entpuppt sich als halbgare Ballade, die nicht so wirklich zünden möchte. Zwar zieht man die Härte in „Rock’n’Roll Survivors“, oder in „Fire And Ice“ wieder enorm an, doch kommen beide Songs meiner Meinung nach auch kaum über den Durchschnitt hinaus. Dafür ist das Ohrwurmverdächtige „Warrior“ gelungen. Die Nummer erinnert an diverse Stücke der 80er Jahre. „Breaking Out“ wirkt etwas zu überdimensioniert. Hier wäre mehr zum durchaus gelungenen Gitarrenspiel, ein knackiger Chorus Gold gewesen. So bleibt auch dieser Song leider nur Durchschnitt. Der Titeltrack bietet souveränen „Bonfire“ Stoff, aber auch hier hätte mehr drin sein können. Zum Schluss kommt mit dem flotten „Gloryland“ nochmal ein schneller Melodic Rocker daher, der durchaus Spaß macht. Schade, das die Ingolstatter viel zu wenig solcher Nummern an Bord haben.

Unterm Strich werden „Bonfire“ Fans sicherlich nicht enttäuscht werden, doch Nicht-Fans wie mich, kann auch „Fistful of Fire“ nicht sonderlich anheitzen. 2-3 Songs wissen durchaus auch mir zu gefallen, der Rest bleibt jedoch Geschmackssache und allerhöchstens guter Durchschnitt. Immerhin muss man der Band aber lassen, das sie endlich das richtige Maß an Härte im Gepäck haben, was sie im übrigen schon vor Jahren angekündigt, aber für mein Empfinden, nie eingehalten haben. Es gibt also immerhin einen Schritt aufwärts.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.