Ingrimm – Auf Gedeih und Verderb

In der mittelalterlichen Szene scheinen die Bands über die letzten Jahre hinweg immer lauter zu werden. Zumindest trifft es auf alle diejenigen zu, die sich längst einen Namen gemacht haben. „Schandmaul“, „Subway to Sally“, „Feuerschwanz“ – sie alle haben sich von einst simplen Folk Kapellen, zum Medieval Metal weiter entwickelt. In Anbetracht das mittlerweile sämtliche Mittelalter Bands auch auf Wacken und Winter Nights vertreten sind, ergibt diese Transformation durchaus Sinn, macht aber auch einen Höllenspaß. Anders als die genannten Vertreter, waren „Ingrimm“ schon immer im Mittelalter Metal aktiv. Vorallem aber, ist die Band in den letzten Jahren noch einmal gewaltig gereift.
„Auf Gedeih und Verderb“ ist nach 6 Jahren das erste Studioalbum der Regensburger und stellt aus musikalischer Hinsicht, nochmal alles vorherige der Band in den Schatten. „Ingrimm“ wirken an allen Ecken und Kanten glatt geschliffen und revolutioniert. Auf Füller Tracks hat man völlig verzichtet und die lange Zeit effizient ausgenutzt. Jeder der 12 Songs besitzt stimmiges Hit Potential. Deutlich wird das gleich mit dem ersten Song „Himmel und Hölle.“ Die Ausgewogenheit zwischen mittelalterlichen Instrumenten und E-Gitarren, hat nochmal deutliche Formen angenommen, ohne den typischen „Ingrimm“ Sound missen zu lassen. Dennoch hat sich die Band auch einem deutlichen Update unterzogen, was man vorallem in „Klang und Leder“, sowie „Sturm und Drang“ am besten wahrnehmen kann. Im letztgenannten könnte man meinen, das „Ingrimm“ sich mit „Iron Maiden“ gepaart haben. Die Herkunft der markanten Double Leads sind unüberhörbar mehr als eindeutig. Songs wie „Glück in Sicht“ und „Ich bin ein Mann“ weisen stattdessen Growls mit einer harten Bridge auf, während man bei „Schalk im Nacken“ altbekannte „Ingrimm“ Kost serviert bekommt. Gut gewürzt, ist die Platte relativ durchgehend. Da kann man getrost die Repeat Taste drücken.

Unterm Strich variiert das komplette Album zwischen harten Brechern, mit einem für „Ingrimm“ Verhältnisse viel ausgeprägteren Einsatz von Flöten, Sackpfeifen und Violinen. Das macht alles nochmal eine Spur besser, melodischer und nachhaltiger. „Auf Gedeih und Verderb“ ist somit definitiv als das reifeste Album der Band anzusehen.

 
Bob Rock
Über Bob Rock 287 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.