Biff Byford – School Of Hard Knocks

Obwohl der alte „Silberrücken“ auf der Bühne immer noch eine großartige Performance abliefert, der Jüngste ist „Saxon’s“ Frontmann schon lange nicht mehr. Im letzten Jahr erschreckte Biff Byford die Fans sogar mit einer dringend notwendigen Herz Operation. Glücklicherweise ist alles gut verlaufen und so stand der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums nichts mehr im Wege. „School Of Hard Knocks“ ist in den letzten Tagen erschienen und ist nicht nur für „Saxon“ Fans ein Pflichtprogramm. Das äußerst gelungene Album versteift sich nicht auf herkömmlichen Sachsen Rock, auch wenn davon selbstverständlich eine Prise rauszuhören ist. Vielmehr vermischt Biff Byford traditionellen Hardrock mit NWOBHM und driftet teilweise sogar in „Metallica“ Anleihen ab. Für Abwechselung ist also stets gesorgt. Die Band rund um Old Biff wird mit dem „Opeth“ Gitarrist Fredrik Akesson, dem Drummer Christian Lundqvist und dem Basser „Gus Macricostas komplettiert. Dazu hat man natürlich auch wieder eine ganze Riege an Gast Musikern verpflichtet, was ja mittlerweile schon ein kleiner Trend geworden ist. Nick Barker, Dave Kemp, Saxon Kumpane Nibbs Carter und „Motörhead’s“ Phil Campbell sind auf „School Of Hard Knocks“ mit dabei und verleihen der Platte die richtige Würze.

Das Album startet wie ein Orkan. „Welcome to the Show“ ist ein fantastischer Opener, wie man ihn schon seit Jahren nicht mehr gehört hat. Stimmige Riffs, Solis und Byford voll im Element. Einer der besten Songs des Albums, der sich gleich mit dem Nächsten die Klinke in die Hand gibt. Der Titeltrack „School Of Hard Knocks“, welcher schon als erste Single Auskopplung bekannt war, haut mit seinem markanten Riffing ordentlich rein. Phil Campbell sorgte für ein flottes Solo und rundet die Nummer gekommt ab. Was ein Auftakt! Altbacken? Mitnichten! Die alten Recken beweisen wieder einmal, das die alte Schule immer noch die beste Musik hervorgebracht hat. Zugegeben bleiben die Cover Versionen von „Simon & Garfunkel’s – Scarborough Fair“ und „Whisbone Ash’s – Throw Down The Sword“, gewöhnungsbedürftig, schmälern aber nicht den Gesamteindruck, den „School Of Hard Knocks“ hinterlässt. Ordentlich metallisch wird es in „Words Collide“ und „Pedal To The Metal“, welche auch gut auf einem „Saxon“ Album Platz gefunden hätten. Das 7-minütige „The Pit And The Pendulum“ überzeugt mit epischen Zügen und längeren instrumentalen Gitarrensolis, während die seicht gezupfte Arkustik Ballade „Me And You“ den harten Sound einwenig erdet. Letztenendes überwiegt aber die gute alte Oldschool Attitüde, die Byford in „Hearts of Steel“ und „Black And White“ wieder gekonnt zum Ausdruck bringt. Macht Spass!

Unterm Strich ein gelungenes Solo Album, das wenn man Biff Byford’s Alter betrachtet, wahrlich spät erscheint, jedoch absolutes Kult Potential besitzt. Die Cover Versionen hätte man weglassen können, ansonsten gibt es rein garnichts zu bemängeln. „School Of Hard Knocks“ ist ein absoluter Kauftipp für „Saxon“ Fans und alte Metaller.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.