Unherz – Mainstream

„Unherz“ sind in den letzten Jahren ziemlich fleißig. Das neue Album „Mainstream“ folgt dem üblichen Muster der Band. Die Texte sind oftmals etwas holperig und manchmal nerven auch die überflüssig eingeworfenen, englischen Lyrics, aber wer sich daran nicht großartig stört, bekommt genau das, was er von der Band erwarten kann.

Der Titeltrack des neuen Albums haut mal direkt Gesellschaftskritisch umsich. „Mainstream“ verurteilt genau selbigen zu recht aufs Schärfste. „Beichtstuhl oder Sündenpfühl“ und „König ohne Krone“ sind schön heavy, auch wenn letzterer nicht ganz so überzeugen mag. „Schreie in der Nacht“ und „Hänsel und der Nachbar“ gefallen mir garnicht, da sie eher schlicht sind und nicht hängen bleiben. Dafür kann mich die Ballade „Leben am Limit“ wieder sehr gut mitnehmen. Mit „Ihr wisst es nicht“ geht es weiter in die Richtung Gesellschafts/Politkritisch. Der Song ist richtig gut und der Text spricht Bände. Vorallem ist es aber auch ein toller Ohrwurm, den man nicht so schnell wieder los wird. „Unsere Art“ ist dann mal wieder schwach. „Hornhaut am Arsch“ schießt zwar voll gegen Medien und Politik und ist in seiner Grundaussage auch Klasse, aber der Song geht mir einfach zu wenig ins Ohr. In „F.I.F.A.“ rechnen „Unherz“ mit dem Fussball Komerz ab. Auch wenn ich von der Thematik keine Ahnung habe, ist der Song ein weiterer Ohrwurm, der mir sehr gut gefällt. „Eigene Legende“ hat zwar eine schöne Melodie, bleibt aber sonst auch nur wenig hängen. Dafür kommt mit „Drachenflügel“ wieder eine richtig tolle Ballade daher, die später sogar noch ordentlich rockig wird. „Fluch der Zeit“ ist ebenfalls richtig Klasse. Genau diese Art Songs mag ich von der Band. Schließlich ist auch der Schluss mit „Marie“ sehr gelungen, so das man mit dem Album sehr zufrieden sein kann.

„Unherz“ haben mit „Mainstream“ ein starkes Album hingelegt, welches meiner Meinung nach auch die letzten Jahre übertrifft. Trotzdem haben sie aber auch immer wieder eine Menge unstimmiges mit dabei. Vielleicht sollten sie einfach mal nicht ganz so viele Songs auf die Alben nehmen.

 
Sari Louvre
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Manchmal musst du das Chaos nur ein bisschen schütteln, um ein Wunder daraus zu machen.