Schandmaul – Artus

„Schandmaul“ sind eine der wenigen Bands, die auch nach 20 Jahren immer noch gut funktionieren. Hier weiß man einfach immer, was man bekommt und das ist auch gut so. Die Band füllt immer größere Hallen und ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Wacken Headliner, was neben ihnen auch nur die Band „In Extremo“ aus dem gleichen Genre geschafft hat. Mit ihrem neuen Konzeptalbum „Artus“ sind die 6 Folk Musiker auch weiterhin stark vertreten. Das erste Drittel des Albums ist nahezu perfekt. „Der Meisterdieb“, „Der Totengräber“, „Vagabunden“, „Froschkönig“ und vorallem „Auf und davon“ sind typische, starke „Schandmaul“ Kost. Während „Der Kapitän“ auch noch dem gleichen Muster folgt, fängt die Band spätestens danach an, kleine Experimente zu wagen. Mit dem Song „Die Oboe“ brechen „Schandmaul“ erstmals aus ihren typischen Folk Klängen aus und werden stark Metal-lastig. „Chevaliers“ hingegen ist komplett instrumental gehalten. „Die Tafelrunde“ und „Der Gral“ sind allerdings die ersten schwächeren Songs auf dem Album und auch im letzten Drittel ist nicht immer alles so stimmig geworden. „Die Insel“ und „Der Weiße Wal“ sind toll und mal einwenig anders, aber diese „Camelot Trilogie“ schafft es nicht, mich zu begeistern. „Camelot – Die Tafelrunde“, „Camelot – Der Gral“ und Camelot – Die Insel“ sind sehr episch und komplett instrumental. Man hat das Gefühl „Herr der Ringe“ zu schauen. Das ist natürlich grundsätzlich sehr schön, aber mit insgesamt über 24 Minuten Spielzeit einfach zu viel des Guten.

„Schandmaul“ haben insgesamt ein tolles Album geschaffen, das besonders am Anfang sehr stark ist und in der Mitte etwas strauchelt. Am Ende experimentieren sie wohl etwas zu viel, was wohl auch dem Konzeptalbum geschuldet ist. Dennoch kann man nicht wirklich viel schlechtes über irgendeinen Song sagen. Musikalisch ist das alles sehr hochwertig.

 
Sari Louvre
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Manchmal musst du das Chaos nur ein bisschen schütteln, um ein Wunder daraus zu machen.