Knasterbart – Perlen vor die Säue

Wer „Versengold“ oder „Mr. Hurley & die Pulveraffen“ mag, wird auch mit dem Nebenprojekt der beiden Sänger Malte Hyer und Simon Erichsen sehr viel Spaß haben. Die Gossen-Folklore mit lustigen Texten im Piraten Gewand, ist immer äußerst amüsant und stimmungsvoll. Das aktuelle Album von „Knasterbart“ ist wirklich eine durchgehende Comedy. Mich hat das aktuelle Album, „Perlen vor die Säue“ total begeistert. Alleine ein Blick auf die Song List verschafft mir schon ein grinsen ins Gesicht.

Gleich der Titeltrack zum Anfang, steigert die Stimmung enorm und geht ins Ohr. Das lässt sich aber auch so ziemlich über jeden Song behaupten. „Ringelpiez am Kiez“ läd zum tanzen ein, so absurd der Text auch ist und die „Kneipenschlägerei“ lässt mal richtig die Sau raus. Diese Lyrics muss man sich auch erstmal ausdenken.

„Ein blaues Pfeilchen als Zeichen der Liebe,
Eine Kopfnuss als Zeichen von Respekt,
und auf die Freundschaft ein paar Seitenhiebe,
wieviel Geborgenheit und Wärme in der Nackenschelle steckt,
Hau mir eine rein, leg mich auf’s Kreuz,
ich boxe dich um, ich tue dir weh,
komm wir wollen gemeinsam Sterne sehen…“

Nach der instrumentalen „Backpfeifensonate in D-Moll“ geht es mit der epischen Piano Ballade „Bambis Mama“ weiter. Der Text besteht auch weiterhin einfach nur aus Unsinn, „Knasterbart“ können und wollen scheinbar auch nicht anders, selbst wenn „Gib dich auf“ zumindest einen Hauch von einem ernsteren Unterton hat. „Laich mich ein“ ist ein lustiges Liebesbekenntnis an eine Meerjungfrau und „Muss-ketier“ veralbert Mantel und Degen. In den „Gossenglocken“ geht es hauptsächlich um das feuchtfröhliche Vergnügen und dessen Folgen, während man in „Tanzt nach meiner Pfeife“ wieder ordentlich mitschunkeln kann. Richtig albern wird es bei „Geboren um zu sterben.“ Der Song klingt wie aus der Sesamstraße. Schon amüsant, auf was die Band so kommt. Am Ende wird dann auch noch Weihnachten aufs Korn genommen. Bei „Herzchen im Schnee“ besingen „Knasterbart“ weiße Flocken, die auf die Gosse fallen und das man Kotzen muss vor lauter Besinnlichkeit. Echt verrückt, aber ein richtig unterhaltsames Album. Wahrscheinlich auch das Beste bisher von dieser Band.

 
Sari Louvre
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Manchmal musst du das Chaos nur ein bisschen schütteln, um ein Wunder daraus zu machen.