Stormwarrior – Norsemen

Lars Ramcke und seine Hamburger Wikinger Crew melden sich Ende 2019 mit ihrem neuen Langdreher „Norsemen“ zurück. Bei „Stormwarrior“ erwartet man konsequent Hochgeschwindigkeits-Speed-Metal und den bekommt man auch. Wo „Stormwarrior“ drauf steht, war und ist bis dato auch „Stormwarrior“ drin! Da macht auch das aktuelle Album „Norsemen“ keinen Unterschied, denn warum sollte man eine gewohnte Erfolgsformel auch großartig ändern? Jenes geschieht i.d.R. sowieso nur unter dem Deckmantel der Weiterentwicklung, die keine ist und man lediglich Futter für die Massen auffährt. Doch zum Glück haben sich „Stormwarrior“ nie dem Mainstream verkauft und ein Powervolles Album nach Maß geschreddert. Und trotz Vollgas Metal bleiben die Hamburger abwechslungsreich. Die Band versteht es einfach immer wieder mit einer neuen Bridge oder einem virtuosen Gitarrenlick zu überraschen. Das ist musikalisch einmalig.
Auch wenn der Opener und Titeltrack „Norsemen (We Are)“ teils noch etwas wüst klingt, hat auch dieser schon einiges zu bieten. Die ganz große Klasse haben „Stormwarrior“ aber über die komplette Platte wohl dosiert verteilt. Man höre sich nur einmal das musikalische Meisterwerk „Storm of the North“ an. Die für „Stormwarrior“ typischen, mehrfach übernannder gelegten Gitarrenspuren „bocken“ auch diesmal wieder und die wilden Licks reichen schon fast an an bester „Dragonforce“ Manier heran. Das melodische „Freeborn“ nimmt nur wenig Tempo heraus, ganz im Gegenteil zum konsequenten „Odin’s Fire.“ Der Song drückt so mächtig auf die 12, das es einem glatt die Füllungen heraus ballert. Vorallem die Double Lead Solis im Mittelteil sind ganz großes Kino. „Sword Dane“ lässt es insgesamt (für Stormwarrior Verhältnisse) etwas ruhiger angehen und beschränkt sich mehr auf Ohrwurmgarantie, während man für „Blade on Blade“ wieder die Axt auspackt. Wild, Full Speed und Überraschungen am Fließband. Eine Granate von Song. „Shield Wall“ geht in ähnliche Richtung wie „Sword Dane“, lässt aber insgesamt nur sehr wenig Zeit zum Luft holen. Und schließlich noch der epische Abschluss mit einem 11 Minüten Track, der dieses grandiose Album abschließt. Mit „Sword of Valhalla“ haben die Hanseaten sich noch eine echte Hymne auf die Platte gesetzt.

Unterm Strich gibt es hier rein garnichts auszusetzen. „Stormwarrior“ machen dort weiter, wo sie aufgehört haben und entfachen wieder einmal ein Highlight des teutonischen Metals. Bitte mehr davon!

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.