Mortal Infinity – In Cold Blood

Hier kommt harte Metal Kost aus Niederbayern. Die Fünf Thrash Metaller aus Rottal Inn haben am 06.09.2019 ihr drittes Studio Album „In Cold Blood“ veröffentlicht. Die Scheibe ist komplett in Eigenregie/Pressung entstanden und die Spielfreude hört man den Jungs auch an. Klassischer Thrash mit düsternen groovigen Riffs – so würden wohl vermutlich auch „Slayer“ in diesen Tagen klingen, wenn sie nochmal als Neuling den Metal Pool betreten könnten. Der Vergleich sei aber nur mal als Lose dahin gestellt. „Mortal Infinity“ klingen so enorm eigenständig, das es schon wieder eine Schande wäre, einen Vergleich zu anderen Bands zu ziehen. Das würde den Musikern im tiefsten Bayern nicht gerecht. Knüppelhart, düster und abwechselungsreich geht es auf der aktuellen Platte mit Vollgas zur Sache. Fernab von wildem Fließband-Gedresche entfachen die Jungs ein enorm ansprechendes Thrash Metal Feuerwerk, das sich in jedem der 9 Songs nochmal neu erfindet. Das teilweise Gemisch aus typischen Black Metal Groove oder Gesangsverzerrern bringt das Sahnehäubchen auf der stählernden Torte. Während man im Opener „Fellowship of Rats“ noch die typische Szenerie herunterknüppelt, scheinen sich deutlich hörbar, „Mortal Infinity“ über den Rest der Spielzeit immer wieder etwas völlig neues eingefallen lassen zu haben. „Misanthropic Collapse“ erinnert stark an „Death Angel“ Zeiten, während das ultra brutale „Dream Crusher“ in einer wütenden Death Metal Orgie ausartet. „Long Forgotten Gods“ bringen ordentlich Black Metal Attitüde mit ins Haus und bei „Silent Assassin“ hat man sich dem Groove Metal zu Eigen gemacht. Besonders gelungen ist das wuchtige „Devastator, Devastated“, das schon fast als Melodic Thrash durchgehen kann. Und natürlich fegt auch der Titeltrack gewaltig durch den Gehörkanal, der wieder mit düsteren Black Metal Riffs die heimischen Boxen zerlegt. Das ist alles so unheimlich stimmig und authentisch, das es dieser Band verdientermaßen den Durchbruch verschaffen müsste. An Qualität mangelt es dieser Kapelle bei weitem nicht.

Unterm Strich ist „In Cold Blood“ ein unheimlich unterhaltsames Thrash Metal Album, das mehrere Genres zu einem verdammt guten Süppchen vereint. Ein fantastischer Mix, der weder stumpf, noch eingängig klingt. Wenn „Mortal Infinity“ eine Thrash Revolution 2.0. starten wollten, ist diese mit „In Cold Blood“ deutlich gelungen. Dieses Album muss und wird deutlich aus dem Genre herausstechen, vorallem aber ein Alleinstellungsmerkmal darstellen. Für mich DAS Thrash Metal Album 2019!

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.