Screamer – Highway of Heroes

Die Schweden von „Screamer“ sind eine unter vielen aktuellen Bands, die den guten alten 80er Jahre Metal wieder aufleben lassen. Mit „Highway of Heroes“ veröffentlicht das Quintett nunmehr ihr 4.tes und bis dato bestes Studioalbum. Auf ihrem neuen Werk klingt das Quintett enorm frisch und gereift. „Screamer“ haben ihren Sound deutlich erweitert, so das teilweise sogar der Eindruck entsteht, es mit einer gänzlich anderen Band zu tun zu haben. Doch was sich auf dem ersten Blick wie eine typische Experimentierphase liest, entpuppt sich ausnahmsweise mal als ein genialer Schachzug der Schweden. Am deutlichsten macht sich der Gesang bemerkbar, der über das komplette Album mit einer Art Megafon Effekt überzogen wurde. Das lässt „Screamer“ auf jeden Fall anders klingen als vorher. Und ob das jetzt nur eine Phase ist, oder Dauerzustand, sei mal dahin gestellt. Mir gefällt dieser Sound außerordentlich gut und auf „Highway to Heroes“ jagd quasi ein metalischer Ohrwurm den Nächsten.

Beginnend mit der Heavy Metal Biker Hymne „Ride On“, werden gleich so einige „Judas Priest“ Anleihen wieder wach gerüttelt. Der Song geht verdammt gut ab und stellt einen Opener allererster Güte dar. Aber „Highway of Heroes“ hat noch wesentlich mehr zu bieten. Der Ohrwurm „Shadow Hunter“ hämmert direkt mit klassischen Double Leads hinterher und „Rider of Death“ geht nicht weniger komplett in die Lauscher. Die insgesamt 9 Songs bleiben aber allesamt nicht unbemerkt. Ausfälle gibt es hier nämlich nahezu keine und auch auf den typischen Albumtrack scheinen „Screamer“ gänzlich zu verzichten. Jeder Song ist einzigartig. Während „Sacrifice“ nochmal die Ohrwurm Schiene bedient, schreddert „Halo“ wieder in bester „Painkiller“ Manier daher, das es eine wahre Freude ist. Vorallem ist der Titeltrack „Highway of Heroes“ eine echte Granate. Melodisch hart bis ins Mark. Echter Heavy Metal eben. Das nachfolgende „Out of the Dark“ ist mindestens genauso stark und die beiden Schlusslichter „Tower of Babylon“, sowie „Caught in Lies“ runden eine rundum gelungende und druckvolle Melodic Metal Scheibe ab, die in diesem Jahr auch erstmal ihres Gleichen sucht.

„Screamer“ haben hier alles richtig gemacht. Einwenig den Sound geschliffen, ohne ihn gänzlich zu verändern und eine knackige Ohrwurm Granate gezaubert. „Highway of Heroes“ ist mit seiner knapp 35 Minuten Laufzeit zwar ziemlich kurz, aber beinhaltet alles, was ein gutes Metal Album ausmacht. Die richtige Mischung an Härte, Melodic und astreine Lyrics. Die Schweden haben mit diesem Album definitiv ihr Meisterstück hingelegt.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.