Hammerfall – Dominion

Unglaublich! Über 13 Jahre haben wir darauf gewartet, das die Schweden von „HammerFall“ endlich ihren alten Sound wieder finden. Es hatte sich bereits auf „(r)Evolution“ und „Build to Last“ angedeutet, das Oscar Donjak, Joacim Cans und co. sich zur alter Klasse zurückschreddern wollten. Dies gelang jedoch nur bedingt. Guter Ansatz war zu erkennen, die Richtung stimmte, aber dennoch wirkte die Band so, als könne sie einfach nicht mehr an ältere Werke anknüpfen. All das scheint sich mit „Dominion“ nun endlich geändert zu haben. Die neue Scheibe könnte auch als „Glory to the Brave 2.0.“ durchgehen. Endlich sind „HammerFall“ auch wirklich wieder „HammerFall“ und spielen sich in einen echten Rausch.

Der Opener „Never forgive, never Forget“ zündet und erinnert direkt an alte Zeiten. Doch der Titeltrack ist der reine Knaller. Das wuchtig, hartriffige „Dominion“ poltert und stampft wie seit „Steel meets Steel“ nicht mehr. Ein Mitgroover allererster Güte und dazu noch in klassischer „HammerFall“ Manier – Mir platzt der Arsch! Ebenso das kernige „Testify“, welches mit klassischen Double Leads und einem Drum Gewitter kein Stück herum geizt. Auch beim Midtempo Gepolter „One against the World“ kommen die Anfangszeiten von „HammerFall“ wieder enorm zum tragen, nur so gängige Stadion Nummern wie die erste Single „(We make) Sweden Rock“ sollten sie sich nicht zu oft angewöhnen, obwohl der Song ansich wirklich fetzt. Jedoch steht ihnen der Hammer deutlich besser. Im Mittelteil kommt die zur Hälfte mit Klavier getragende Ballade „Second to One“ genau richtig, bevor es wieder richtig in die Vollen geht. „Scars of a Generation“ oder das kernige „Dead by Dawn“ hätten auch locker auf der „Legacy of Kings“ oder „Renegade“ seinen Platz gefunden. Letztgenannter ist auch mein absoluter Favorit der aktuellen Scheibe. Bleiben noch das Bassgewaltige Double Lead Inferno „Bloodline“ und das treibende „Chain of Command“, dass wieder ganz im Stile von „Glory to the Brave“ daher kommt. „Follow the Chain, Follow the Chain…“ Bämbäm. Da werden der Prinzessin ordentlich die Schlittschuhe geschliffen und sie anschließend aufs Eis geschickt! Schließlich geht mit der Power Ballade „And yet I Smile“ ein großartiges Album zuende.

Unterm Strich haben „HammerFall“ hier ein wahres Meisterwerk abgeliefert, an das wahrscheinlich kaum noch einer geglaubt hat. Umso faszinierender ist es, das die Mannen, die in den späten 90ern, den Metal wieder nach vorne gebracht haben, endlich wieder ein echtes Highlight gelungen ist. „Dominion“ kann locker in einem Zuge mit den Klassikern „Glory to the Brave“, „Legacy of Kings“ und „Renegades“ genannt werden und das will schon etwas heißen. Kopp im Nacken, Geballte Fäuste und voll auf die Fresse. Ein Oldschool Gewummer vom Feinsten. Let the Hammer FALL!

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.