Bullet – Dust To Gold Tour Part II – JunkYard Dortmund 24.08.2019

Zum zweiten mal gab sich unsere Redaktion die schwedische Kugel! Die Jungs von „Bullet“ spielten in einem noch recht jungen Club (Est. 2016), fast vor unserer Haustür. Das JunkYard war ein ehemaliger Schrottplatz, der zum astreinen Heavy Metal Schuppen (wie passend!) umgestylt wurde. Doch der Reihe nach…

Der Einlass von 19:00Uhr wurde kurzfristig via Facebook schon auf 18:30Uhr vorgezogen, somit war auch gleich klar, das die meisten Leute sicherlich erst später eintreffen würden. Unsere Redaktion war ca. um 18:20Uhr vor Ort und wir gehörten zu den Ersten nichtmal 20 Fans, die vor der Forte standen. Die kurze Wartezeit wurde mit einer netten Geste überbrückt. 3/5 der Band kamen zum Rauchen vor die Tür und begrüßten dabei auch Händeschüttelnd die kleine Schar, die zur vorgezogenen Einlasszeit schon vor Ort waren. Gitarrist Hampus Klang, Basser Gustav Hector und Drummer Gustav Hjortsjö hatten sich ergo also schon persönlich bei uns mit Händedruck vorgestellt. Klasse Aktion!

Kurz darauf ging es schon in den stylischen Innenbereich. Das Infield war mit kleinen Kieselsteinen ausgelegt, einer Open Air Bühne mit Freiluft Bar, vielen Camping Stühlen die zu kleinen Sitzecken zusammen gestellt waren und sonstigen netten Details, wie Autoreifen oder ein ausgeschlachteter Bus, welche optisch immer noch einwenig Schrottplatz Atmosphäre durchblitzen ließen. Zusätzlich war der Platz mit einer kleinen Konzerthalle ausgestattet, welche dann auch unser Ziel war. Drinnen bot sich ein ähnliches Szenario. Eine ehemalige Werkstatthalle mit kleiner Bühne, mehreren Sitzecken und einer langen Bar. Soviel Heavy Metal Atmosphäre hat bisher noch kein Club geboten, in dem ich zugegen war. Das JunkYard hatte einfach wahnsinnig viel Scharm und erinnerte einwenig an das „Gasworks“ aus „Wayne’s World.“ Während ich selbst schon mit der „Storm of Blades“ Kutte eingekleidet war, mussten sich die Kollegen erstmal noch am Merch einkleiden. Vince griff sich schließlich das „Dust To Gold“ Shirt ab. Meiner Einer hatte sich gleich den besten Platz direkt vor der Bühne gesichert und wie das auf Metal Konzerten so ist, kam man auch wieder schnell mit anderen ins Gespräch, wo über Bands die man mochte und dem Kommerz Scheiß diskutiert wurde. Ein Faktor der mir immer wieder Spaß macht. Man kennt sich nicht, doch man ist in der Sache vereint und wir alle lieben die beste Musik der Welt. Genauso ist auch einst der Vince zum Team gestoßen. Meine Nachbarin Sari und Ich kennen uns folglich ja schon länger, aber im Großen und Ganzen lernt man auf Konzerten immer tolle Menschen kennen, mit einem Gemeinschaftsgefühl, das man wahrscheinlich nirgendwo anders in ähnlicher Form erlebt.
Der Soundcheck war glücklicherweise schon vor dem Einlass gemacht worden, so das es auch recht zügig mit den Support Bands los gehen konnte. „Bullet“ waren ja auch schon aus dem Vorjahr bei uns bekannt dafür, immer gute Anheizer im Gepäck zu haben. Im letzten Jahr hatten wir „Jesus Chrüsler Supercar“ und „Screamer“ im Vorprogramm, welche ja schon einen gewissen Bekanntheitsgrad genießen. Diesmal gab es zwei eher unbekannte Bands zu sehen, die aber dennoch richtig gut vorgelegt haben. Zum Einen die Thrash Metal Band „Teutonic Slaughter“ und die ganz frische Heavy Metal Kapelle „Neck Cementery.“

Teutonic Slaughter

 

Los ging es mit den Jungs aus Gladbeck „Teutonic Slaughter.“ Das 30 Minuten Set überzeugte mit wuchtigen Old School Thrash Metal, den die Band zum Besten gab. Sogar das Motörhead Cover „Bomber“ war mit dabei. Zwar spielen „Phil Campbell & The Bastard Sons“ die Nummer 3 mal besser, aber immerhin sorgte es im Publikum nochmal für reichlich Stimmung. „Teutonic Slaughter“ machten jedenfalls richtig Radau und bewiesen abermals, das die alte Schule wieder modern wird und erneut schwer im Kommen ist, auch wenn sich das in der Großen Masse des Genres nicht mehr großartig durchsetzen will. Persönlich finde ich es nur immer wieder schade, das den Vorbands kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird. Da waren rund 30-40 Leute vor der Bühne und der Rest stand draußen und hat sich die Band garnicht erst angeschaut. Ein Faktor, der sich aber leider durch sämtliche Hallen zieht.

Neck Cementary

Die Kölner Band „Neck Cementary“ spielte Heavy Metal der alten Schule und ist aktuell lediglich mit einem Demo Tape draußen, welches man sich auf Bandcamp einverleiben kann. Die Jungs spielten neben ihren 3 offiziell veröffentlichten Songs, noch 2 weitere aus ihrer Pipeline. Darunter auch das „Ramones“ Cover „Pet Cementary“, allerdings mit komplett anderem Text und in „Neck Cementery“ als Bandeigene Hymne umfunktioniert. So sehr ich auch gegen Cover bin, hat diese Nummer funktioniert, da man hier keine 1:1 Kopie hingelegt, sondern den Song komplett verändert hat. Interessant war auch die Tatsache, zwei alte „Bekannte“ wieder entdeckt zu haben. Bei „Neck Cementary“ spielten nämlich auch zwei Jungs, die ebenfalls bei „Black Sheriff“ vertreten sind. Jene sahen wir nämlich schon im letzten Jahr im Vorprogramm von „Nashville Pussy.“ Mit etwas Recherche im Netz kam dann heraus, dann die Mannen zweigleißig fahren. Jedenfalls hat die Band richtig starken 80er Jahre Metal gespielt. Hört euch also unbedingt mal das Demo Tape „Death by Banging“ auf Bandcamp an. „Feed the Night“, „The Night False Metal Dies“ und „Battle the Beast“ wurden Live zum Besten gegeben und haben mir richtig gefallen. Zusätzlich gab es noch die Band Hymne „Neck Cementery“ und zwei weitere Songs auf die Ohren, so das auch diese 30 Minuten wie im Flug vergingen. Allerdings hatten sich hier schon deutlich mehr Menschen vor der Bühne versammelt und ich hatte auch den Eindruck, das die Kölner deutlich besser ankamen.

Bullet

 

Gegen 20:30Uhr war dann der Hauptact an der Reihe. Mit dem üblichen Intro betraten zuerst Drummer Gustav Hjortsjö und im Anschluss die 3 Gitarristen, Hampus Klang, Gustav Hector und Alexander Lyrbo die Bühne. Zuguterletzt dann die wie immer mit Nietenarmbändern versehende Stimme aus der Hölle – Hell Hofer. Pommesgabel, Drum, Riff, Heavy Metal Scream, PENG! „Bullet“ starteten mit einen Triple vom aktuellen Album. Mit dem Opener „Scream And Attack“ gab es gleich voll auf die 12! „Ain’t Enough“ und „Rough Soldier“ folgten direkt hinterher. Mit einem Gewaltschrei kündigte Hell Hofer gleich den nächsten Song an. „Riiiiiiiidiiiiiiing Hiiiiiiiiiigh“….Junge der Kerl hat ein Organ, das selbst Udo Dirkschneider langsam neidisch werden müsste. Die Double Lead Scheibe „Riding High“ vom „Storm of Blades“ Album haute wieder richtig rein. Das Publikum (längst vollzählig in der Halle) war nun richtig warm geworden und feierte die Schweden. Neben mir ging ein älterer Herr, mit dem ich zuvor noch gequatscht hatte, richtig steil und headbangte wie ein Verrückter. Ich konnte mir das Schmunzeln nicht verkneifen, aber man ist nie zu alt für den Scheiß! Weiter ging es mit einem meiner absoluten Favoriten, dem Klassiker „Turn it up Loud.“ „A good fucking audience. We so glad to be here, but i think it’s high time to….TUUURRRN IT UP LOOOUD!“ HAHA großartig. Hell Hofer ist schon ein cooler Macker. Der Song wurde von vom Publikum wie sich das gehört, auch lautstark begleitet. „Bullet“ schossen nun einen Klassiker nach dem Nächsten heraus. „Rolling Home“, das donnernde „Storm of Blades“, die totale Mitgröhl Hymne „Dusk Till Dawn“ und natürlich „Heading for the Top!“ FETT! Sehr, sehr, sehr Fett! Was hatte ich mich damals im Kubana Live Club noch geärgert, nicht vor der Bühne, sondern weit hinten gestanden zu haben. All das wurde an diesem Abend korrigiert und die Schweden legten eine wahnsinnige Show hin. Es folgten „One Deal with the Devil“ welcher nicht ganz so mein Song war und das instrumentale „Angel Witch“ Cover „Dr. Phibes“, ehe es mit „Rambling Man“ noch einen weiteren Klassiker zu hören gab. Allerdings kam jener Live nicht ganz stark herüber, wie der ganze Rest.

„Let me tell you a Story…..How to find the Power of Live…How to…..STAAAAY WIIIILD!“ Hell Hofer in seinem Element. „Stay Wild“ gab sich die Ehre und immer wieder dominierten Alex Lyrbo und Hampus Klang an den Turbobrettern die Bühne, mit einer Show, die man seit alten „Judas Priest“ Tagen nicht mehr gesehen hat. Man muss sich nur mal alte Aufnahmen von Glen Tipton und K.K. Downing anschauen. Ähnlich aber auch völlig eigenständig rocken die Schweden kultig die Bühne. Das ist schon echt beeindruckend. Double Lead hier, Double Lead dort, mal Klang, mal Lyrbo und teilweise wird sogar auf den Knien geschreddert. Das ist echter Heavy Metal im Leder Outfit! Old School vom Feinsten. Gegen Ende folgten noch der epische Titeltrack vom aktuellen Album „Dust to Gold“, sowie der Titeltrack und Biker Hymne vom dritten Album „Highway Pirates.“ Letzterer hat mich besonders gefreut, da sie den Song im letzten Jahr nicht gespielt hatten. Das Finale bestand aus dem Hit „Fuel the Fire“ und der fast 7 minütigen Version von „Highway Love“, inklusive Band Vorstellung und diversen Solis, wo Hampus Klang beim Tapping seine Flying V mal eben als Flinte zum Abschuss anlegte, sowie ein wildes Geschredder von Alex Lyrbo, der teilweise hinter dem Rücken spielte. Zum Abschluss gab es natürlich noch den Band Klassiker „Bite the Bullet“ obendrauf, der nochmal von allen lautstark gefeiert wurde.

„Bullet“ legten wie auch schon im letzten Jahr eine Hammer Show hin. Die Jungs sind eine totale Live Band, die man sich unbedingt einmal anschauen sollte. Dazu sind die Schweden auch noch verdammt sympathisch und keinesfalls abgehoben. Habe ich noch etwas vergessen? Achja, ich sammele in diesem Jahr Fäuste! Nach John Diva und Axel Rudi Pell, hat mich auch Alex Lyrbo ge-Metal-fistet. Ihr wisst schon, keep it true and turn it up loud. 😉
Geile Show, verdammt geile Location. „Bullet“ ist eine Band, die ich mir (ggf. wir) bei jeder Gelegenheit wieder Live ansehen werde(n). Ebenso hat es mir das JunkYard richtig angetan und bei passenden Bands, werde ich (ggf wieder wir) den Schuppen noch häufiger aufsuchen.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.