Tesla – Shock

In den 80er Jahren konnten sich „Tesla“ erfolgreich gegen den ganzen Glam Scheiß behaupten und spielten versierten Rock’n’Roll im Stile von „Aerosmith“ oder „Led Zeppelin.“ Doch seit man sich mit Def Leppard Gitarrist Phil Collen verbrüdert und von genanntem gleich das ganze Album hat produzieren lassen, scheint es wahrlich keine Überraschung zu sein, das sich auch die einst positive Ausrichtung gewaltig geändert hat. Der Album Titel „Shock“ ist daher mehr als irreführend, andererseits aber auch wieder genau passend – von welcher Seite man es eben sehen will. Wer „Shock“ hört, wird sicherlich auch einen bekommen, aber eben nicht jenen, den man von der Band hätte erwarten können. „Tesla“ spielen hier absoluten Schmusiwusi Kuschelrock, der einem spätestens beim dritten Song geradewegs aus dem Rachen fliegt. Dabei fängt alles noch sehr passabel an. „You won’t take me alive“ und besonders „Taste Like“ ließen hoffen, doch danach möchte man nur noch im Kreis kotzen. „Tesla“ verkommen hier quasi vollkommen zu einem „Def Leppard“ Klon, welche damals ebenfalls ihre Qualität nach zwei guten Alben komplett an den Mainstream verkauft haben. Lediglich „Tied to the Tracks“ lässt nochmal alten Glanz aufblitzen, der Rest ist absolute Grütze.

Was ein Scheiß! Wer Pop Rock ala „Hysteria“ oder „Photograph“ mag, gemischt mit Schmusekram ala „Mr.Big“ und „Ugly Kid Joe“, der ist mit „Shock“ bestens bedient, aber alte „Tesla“ Fans und Hörer die typische Kost der Band erwarten, werden einen großen Bogen um diesen Mist machen.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.