Destruction – Born to Perish

Das langjährige Trio rund um Marcel „Schmier“ Schirmer wütet nun zu Viert über den Plattenteller. Durch einen Wechsel an der Schießbude des Todes mit Neuling Randy Black und der Aufnahme einer zweiten Krawallgeige, die durch Damir Eskic vertreten wird, klingt das deutsche Thrash Metal Urgestein enorm frisch, Energiegeladen und Ideenreicher als je zuvor. Das manchmal ein Besetzungswechsel auch etwas positives bewirken kann, hatten die Genre Vertreter „Sodom“ erst letztes Jahr unter Beweis stellen können. Nun überzeugen auch Destruction dank personeller Neuausrichtung, mit einem wahren Dampfhammer. „Born to Perish“ kann man also durchaus als Frischzellenkur verstehen und ebenso wahrnehmen. Da ist es auch garnicht so leicht, die Highlights hervor zu heben, denn viel zu stark wütet und knüppelt sich das Quartett über den neuen Longplayer.

Beginnend einem Drumgewitter beim Opener und Titeltrack „Born to Perish“ stellen Schmier und Co. gleich die Weichen. Enorm interessant wirkt der Nachfolger „Inspired by Death“, der gesanglich und musikalisch, als so etwas wie ein leicht melodischer Thrasher bezeichnet werden könnte. „Betrayal“ und „Rotten“ gehen da in eine ähnliche Richtungen, wobei letzterer Live durchaus ein Brett darstellen wird. „Butchered for Life“ klingt anfangs etwas grotesk, da man dein Eindruck gewinnen könnte, das Destruction hier echt eine Ballade aufgenommen hätten. Das dem nicht so ist, macht der Song ziemlich schnell deutlich, besticht aber auch durch Tempowechsel und ruhigen passagen. Das ist bei dieser Band sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber nicht weniger genial. Im Anschluss lassen die Thrash Metal Veteranen aber ihre ungezügelte Wut durch die Boxen krachen. „Tyrants of the Netherworld“, „We Breed Evil“ und „Fatal Flight 17“ stampfen alles in Grund und Boden. Das ist 110% Destruction mit Ausrufezeichen! Das dröhnende „Ratcatcher“ und der melodische Heavy Met’ler „Hellbound“ runden letztendlich dieses wuchtige Werk ab.

Mit „Born to Perish“ und der Umstellung von Trio auf Quartett, haben sich Destruction quasi zum positiven Runderneuert. Die Band ist frischer, lauter, melodischer und flexibler geworden. Da kann man frohgestimmt in die Zukunft blicken.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.