Sabaton – The Great War

So mitreißend und spielfreudig klangen „Sabaton“ schon seit mindestens 9 Jahren nicht mehr. Das neue Album „The Great War“, lässt so einige Vorgänger der Schweden deutlich blass aussehen. Der musikalische Geschichtslehrgang, exakt 100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg im typischen Sabaton Gewand, weiß endlich wieder mit alter Klasse zu überzeugen. Hat man hier nach fast einem Jahrzehnt, eher durchwachsenen Alben, endlich wieder den Mut und den Elan gefunden, ein durchweg stimmungsvolles Album hinzulegen, das mit Ohrwürmern am Fließband nur so protzt.

Der wuchtige Opening Chor in „The Future of Warfare“ macht als Einstand schon eine Klasse Figur. Die gewisse Agressivität im Chorus merkt man allerdings auch dem ganzen Album an. In „Seven Pillars of Wisdom“ brüllt Joakim Brodén den geneigten Hörer förmlich an, ohne dabei an der Ohrwurmbombe zu kratzen, welches der Song zweifelsohne ist. Die Keyboardlastige Nummer „82nd All the Way“ ist typisch für „Sabaton“, während „The Attack of the Dead Men“ oder „The Red Baron“ mehr experimentierfreudig und weniger „Sabaton“ Like daherkommen. Das düstere „Attack“ überzeugt aber vollem mit melodischen Solis. Der Rote Baron hingegen ist mal etwas völlig anderes für die „Panzer Metaller“, aber nicht weniger Großartig. Enorm mit Chören aufgeblasen, hinterlässt „Devil Dogs“ ebenfalls eine deutliche Kerbe im Gehörgang und der Titeltrack „Great War“ poltert nicht weniger wie der Opener „The Future of Warfare“, allerdings mit noch wesentlich mehr Wiedererkennungswert. Mit „A Ghost in the Trenches“ beweist die Band nochmal erneut einwenig Einfallsreichtum, ohne vom eigenen Sound, großartig abzuweichen und die bereits bekannte Single „Fields of Verdun“ bringt typisch gewohnte „Sabaton“ Kost auf den Plattenteller. Anschließend präsentieren „The End of the War to End All Wars“ und „In Flanders Fields“ noch einen bombastisch, epischen Abschluss.

Nach fast einem Jahrzehnt, kann man „Sabaton“ ein großartiges Comeback diagnostizieren. Während vorherige Werke eher durchwachsen und selten wirklich stark waren, hat der schwedische Panzer endlich wieder eine Power Metal Perle abgeliefert, über die es sich zu reden lohnt. Die Quintessenz dessen, lässt folglich also nur einen logischen Schluss zu: Noch ein Bier! 😉

Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.