Versengold – Nordlicht

„Versengold“ haben es in den letzten Jahren bis ganz nach oben geschafft, weil sie den Mainstream füttern und ihre alten Werte nicht mehr sonderlich pflegen. Das machte „Funkenflug“ schon mehr als deutlich und auch das neue Album „Nordlicht“ geht den gleichen Weg. Das ist natürlich wenig überraschend, aber genau deswegen sind „Versengold“ schon lange nicht mehr meine Band. „Funkenflug“ gefiel mir nicht und mit „Nordlicht“ sieht es ganz genauso aus.

Wie auch schon beim letzten Album, beginnen „Versengold“ ziemlich stark und lassen dann furchtbar nach. Der erste Song ist wahrscheinlich auch schon der Beste. „Durch den Sturm“ besticht mit markanten Violinen und einem sehr deutlichen Ohrwurmfaktor. Den Song mag ich sehr. Genau wie „Thekenmädchen“ und „De rode Gerd“ auch noch wirklich tolle Lieder sind, aber danach fällt eigentlich das komplette Kartenhaus zusammen. Die vielen Balladen „Küstenkind“, „Winterflut 1717“, „Erinnere dich (Ein Lied das nicht vergisst)“, „Meer aus Tränen“, „Die Blätter, die im Frühling fallen“ und „Weit, weit weg“, sind allesamt nur furchtbar langweilig geraten. Wenn es mal etwas rockiger zugeht, wie z.B. „Butter bei die Fische“, oder dem „Teufelstanz“, fehlt mir einfach das Fünktchen Herzblut, das man bei den ersten Drei Songs noch gehabt hatte. Zusätzlich nerven „Versengold“ auch noch anbiedernd mit politischer Korrektheit in einem grausam nach Links gerückten Zeitalter. Ob „Braune Pfeifen“ oder Linke Pfeifen ist für mich ein und das Selbe. Diese ewige Positionierung und jetzt auch schon in der Musik, ist wirklich nur noch lächerlich und macht die Band dadurch auch nicht sympathischer. Wenigstens gehören „Der Tag an dem die Götter sich betranken“ und „Wohin wir auch gehen“ noch zu den besseren Stücken, die aber das Album nicht mehr retten können.

Wenn mir nur 3 von 14 Songs wirklich gefallen, muss ich „Nordlicht“ leider als schlecht bezeichnen. Das Album ist einfach zu Einfallslos und es inspiriert mich auch in keinster Weise. Da ich aber auch nichts anderes erwartet habe, bin ich auch garnicht traurig drum. Eine Kaufempfehlung werde ich also nicht aussprechen können.

 
Sari Louvre
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Manchmal musst du das Chaos nur ein bisschen schütteln, um ein Wunder daraus zu machen.