Schattenmann – Epidemie

Das erste Album „Licht an“ fand ich richtig Klasse. Schattenmann waren ein herrlisch frischer Wind im NDH Genre, die mit ihrer Musik eine „2.0. Revolution“ starten wollten. Nun hörte ich das neue Album „Epidemie“ und mein erster Eindruck war, das man sich noch weiter vom Genre entfernt hat. Das zweite Album klingt oft zu sehr nach Stadion Rock und kann daher nicht mit dem Erstling konkurieren. Das soll aber nicht heißen, das „Epidemie“ schlecht ist. Es klingt nur sehr gewöhnungsbedürftig und selten mal nach „Licht an.“

Der erste Song „Schattenland“ klingt noch sehr deutlich nach „Schattenmann“, doch dann entfernen sie sich vom herkömmlichen Sound. „F.U.C.K.Y.O.U.“, „Schlag für Schlag“ und „Epidemie“ sind für mich viel mehr melodischer Hardrock, als Neue Deutsche Härte. Das klingt zwar alles super, aber ist einfach nicht das, was ich erwartet habe. Das ist bei „Wahrheit oder Pflicht“ auch nicht großartig anders und die Ballade „Ruf der Engel“ ist einfach kein „Gekentert.“ Erst mit „Kopf durch die Wand“ sind „Schattenmann“ auch wieder wirklich „Schattenmann.“ Der Song ist auch mein Favorit auf dem neuen Album. Immerhin haben sie nun ihre düstere Seite wieder entdeckt. „Schwarz = Religion“ geht gut ab und bringt auch endlich das Industrielle zurück. „Gewissen“ und „Darkroom“ – endlich wieder richtig „Schattenmann.“ Ich hatte schon angst, das sie ihren Stil komplett abgelegt haben. „Darkroom“ ist vorallem richtig groovy und der düsterste Song auf „Epidemie.“ Eine schöne Ballade haben sie noch mit „Nadel und Faden“ geschaffen und das „Phantom“ geht auch völlig klar. Schade nur, das sie die erste Hälfte des Albums zu ver-experimentiert haben.

Ich hatte mich wirklich auf das neue Album gefreut, aber stellenweise tue ich mich schwer. Die ersten Songs tanzen mir oft zu sehr aus der Reihe, als das ich mich großartig mit ihnen anfreunden könnte. In der zweiten Hälfte macht die Band allerdings alles wie gewohnt, so das „Epidemie“ zwei Seiten zu haben scheint. Mir gefällt eben leider nur die Zweite, sonst hätten sie mit Sicherheit wieder ein großartiges Album geschaffen. Doch so ist es leider nur Durchschnitt, weil „Schattenmann“ sich selbst für meinen Geschmack nicht treu geblieben sind.

Sari Louvre
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Manchmal musst du das Chaos nur ein bisschen schütteln, um ein Wunder daraus zu machen.