Global Scum – Odium

„Global Scum“ ist zurück. Das Solo Projekt vom österreichischen Musiker Manuel Harlander konnte bereits mit seinem Debüt „Hell is Home“ ordentlich überzeugen. Nun liegt uns auch der zügig erschienende Nachfolger „Odium“ vor. Noch immer fasziniert Harlander damit, sämtliche Instrumente und den guturalen Gesang komplett selbst übernommen zu haben.“Global Scum“ bleibt eben eine 1-Mann-Kapelle. Stilisch irgendwo zwischen Pantera und Sepultura angelegt, wütet Harlander in einem musikalischen Endzeit Szenario über den neuen Silberling, das es eine wahre Freude ist. Viel hat sich also nicht geändert, außer das Harlander diesmal deutlich hörbar, ein Konzept verfolgt.

Nach einem apokalytischen Intro schleift der wuchtige Opener „Feared“ seine ersten Kerben in die Lauscher. Der Song besticht vorallem durch unterschiedliches Riffing und Tempowechsel, mit einer gewissen Grundstimmung. „Fake as Fuck“ hingegen, wummert höllisch und tritt ordentlich das Gaspedal durch. Das Doom-artige „Full of Hell“ oder das Bombenhagel gleichkommende „Assassins“ entfachen ein musikalisches, postapokalyptisches Ungeheuer, welches sich auch stilisch durch das komplette Album zieht. Man kann förmlich den Geruch von Napalm und ausgebombten Häuser schmecken. Das wütende „Call for Resistance“ oder der deutschsprachige Brecher „Martyrium“ fallen dabei etwas aus dem Rahmen und geben lediglich Vollgas. Da macht auch „Human Waste“ nur einen geringen Unterschied, bis man schließlich mit „Violent Creation“ wieder zum eigentlichen Stil des Albums zurückkehrt und bei „Mental Anxiety“ seinen wilden Abschluss findet. Manuel Harlander überzeugt hier mit einer gelungenen Mischung von Hau drauf und atmosphärischen Metal, gepaart mit den üblichen Zutaten, die man schon von „Hell is Home“ kannte.

Unterm Strich bleibt „Global Scum“ ein Machwerk für Fans der harten Schule, Kompromisse werden keine gemacht. „Odium“ unterscheidet sich zwar allein durch seinen Endzeit Stil sehr deutlich von „Hell is Home“, dennoch steht das Werk, seinem Vorgänger in Nichts nach. Im Gegenteil! Manuel Harlander zeigt sich mit „Global Scum“ nochmal von einer ganz neuen Seite, bringt eine erfischende, melancholisch, Doom und Industrial angehauchte apokalyptische Stimmung auf 6-Saiten und wütet dabei wie gewohnt Berserkerhaftig durch die einzelnen Songs. „Global Scum“ hat sich definitiv weiter entwickelt. Wenn man diesen Stimmungswechsel so gelungen über weitere Alben halten kann, sollte das Projekt alles andere als ein Geheimtipp bleiben.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.