Nitrogods – Rebel Dayz

Sie sind die offizielle deutsche Antwort auf Motörhead. Das Trio aus Baden Würtenberg erregte mit ihren ersten Drei Studio Alben und besonders dem letztem „Roadkill BBQ“ ordentliches aufsehen. Ex Primal Fear Gitarrist Henry Wolter schreddert in bester Phil Cambpell Manier, und wird dabei vom ehemaligen Freedom Call Schlagzeuger Klaus Sperling und dem Basser und Sänger Claus „Oimel“ Larcher unterstützt, welcher klingt, wie Lemmy Kilmister’s direkte Verwandtschaft! Von der allgemeinen Presse wird das aktuelle Album „Rebel Dayz“ ordentlich gelobt und als das bisher reifeste Werk der Band angepriesen. Grund genug zur Vorfreude war auf jeden Fall gegeben, allerdings haben sie mit dem Vorgänger auch einen harten Brocken vor sich, dem erstmal stand zu halten ist. „Rebel Dayz“ kommt mit 14 Songs daher und ist wieder ordentlich vollgepackt. „Roadkill BBQ“ wies allerdings in ähnlicher Größe, trotz vieler Highlights auch einige Füllertracks auf. Ob auch diesmal wieder weniger mehr ist?

Wir schauen auf die Tracklist. „Nitrogods“ legen sofort einen bombastischen Start hin. Da ist vorallem der beste Track auch gleich der Opener. „Breaking Loose“ rockt nicht nur Schweinegeil, es ist auch Motörhead Sound pur! Nur minimal schwächer poltert auch gleich „Zoom the Broom“ hinterher und das Slade Cover „We’ll“ Bring the House Down“ im „MotörGods“ Style (ja die Bezeichnung gefällt!) ist ebenfalls ein Knaller. So absurd es auch ist, den Party Hit in „Louder As Everythin Else Manier“ zu katapultieren und umzuformen, das Ergebnis ist absolute Sahne. Da gefällt das Cover gleich Dreimal besser als das Original und wann kommt das schon einmal vor?! Was ein Start! Doch dann folgen auch erste Dämpfer. Henry Wolter tobt sich auf „Rebel Dayz“ an einigen Songs selbst am Mikrofon aus, was alles andere als schlecht ist, aber der erste Song aus dieser Riege „415 Dv“ mag nicht wirklich zünden. Weiter geht es mit „Get Lost“, wo Oimel wieder wie gewohnt ins Mikro gröhlt. Der Song ist äußerst solide und fährt richtig gute Solis auf, aber für ein Highlight reicht es nicht ganz. Macht aber dennoch einen riesen Spaß. Das lässt sich ebenso über „It’s Not Your Rock’n’Roll“ aussagen. Hier wummert ordentlich Bass und Wolle quält enorm die 6-Saitige. Leider enttäuscht der Titeltrack. Der Midtempo Nummer „Rebel Dayz“ fehlt eindeutig der letzte Schliff, auch wenn Wolle hier wieder viel an der Geige herausreißt. In „Blind as a Stone“ versucht sich jener auch wieder am Gesang und kommt damit wesentlich besser weg, als bei „415 Dv.“ „Blind as a Stone“ ist melodisch und tanzt mal einwenig aus der Reihe. Vom Motörhead Sound ist hier nämlich nichts zu hören, stattdessen überzeugt der Song als gewöhnliche Rock’n’Roll Nummer mit Ohrwurm Faktor. So darf Abwechslung gerne sein. Geiler Song! Ähnlich überzeugen sie auch mit „Roadwork Ahead.“ Kein „Motörhead“, aber 100% Rock’n’Roll. „Nitrogods“ beweisen eigene Kreativität und fühlen sich nicht immer dem typischen Stil verbunden. Kann man so machen, wenn man darin überzeugt und das tun „Nitrogods!“ Mittlerweile scheinen sie sich darin auch echt wohl zu fühlen. „Murder’s a Ritual“ ist ebenfalls ein Hammer Song, der aus der Reihe tanzt. Erst mit „Walk the Track“ kommen wir wieder in die Liga von Lemmy, Mickee und Phil. Die Nummer ist ebenfalls enorm mit Solis aufgeblasen. Henry Wolter scheint sich auf „Rebel Dayz“ gewaltig etwas aus dem Ärmel zu schreddern, was dem Album richtig gut steht und die zuvor genannte Reife untermauert. Weiter geht es mit Ohrwurm Faktor 10! „The Haze (An Endless Drift Through the Void)“ zählt zu den absoluten Highlights der Scheibe und überzeugt mit seinem eingängigen Sound. Endspurt! Ein weiteres mal übernimmt Henry Wolter den Gesang auch in „Go Fast.“ Die in Blues getränkte Vollgas Rock’n’Roll Nummer geht ebenfalls wieder direkt ins Ohr. Den Gesangswechsel sollten „Nitrogods“ in Zukunft also unbedingt beibehalten. Zum Abschluss noch den Rausschmeißer, der dieser Bezeichnung aber leider nicht gerecht wird. „Don’t Call my Name“ langweilt etwas und zählt dann doch deutlich zu den schwächeren Songs auf „Rebel Dayz.“

Unterm Strich hat die fachkundige Presse ausnahmsweise mal nicht zu viel versprochen. Was sich in der Regel, immer als laues Lüftchen erweist, trifft diesmal voll und ganz auf „Rebel Dayz“ zu. „Nitrogods“ haben es geschafft, das starke „Roadkill BBQ“ zu toppen und die aktuelle Platte auf maximal Drei Füllertracks reduziert. „415 Dv“, sowie der Titeltrack „Rebel Dayz“ und der Rausschmeißer „Don’t Call My Name“, haben mir nicht zugesagt. Der Rest ist allererste Sahne in mehreren Geschmacksrichtungen. „Nitrogods“ experimentieren, erweitern ihren Stil, legen musikalisch eine Schippe drauf und überzeugen auch größtenteils damit. „Rebel Dayz“ ist somit ein ganz fantastischer Rock’n’Roller und „Nitrogods“ Best at the moment. Hut ab ihr Drei Lümmel! Wir freuen uns schon darauf, euch im Oktober Live zu erleben.

Rock’n’Roll!

Bob Rock
Über Bob Rock 206 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.