The Texas Hippie Coalitation – High in the Saddle

Pissed Off and Mad About It! Big Dad Ritch (Ich finde alleine schon den Namen geil) und seine Southern Rock Outlaws melden sich nach 3 Jahren Pause mit neuem Material zurück. „High in the Saddle“ heißt das mittlerweile 6.te Studio Album der Texaner und bietet gewohnten, wummernden Southern und Desert Rock. Man muss auch ganz klar festhalten, das sich die Band seit ihrem Debüt 2008, mittlerweile enorm reif klingend, weiter entwickelt hat. So ist es kein Wunder, das „High in the Saddle“ fast durchgehend überzeugt, was bei damaligen Werken nicht immer der Fall war. Schauen wir auf die 10 Tracks, die das Album insgesamt zu bieten hat.

Der Midtempo Opener „Moonshine“ fährt gleich ein markantes Riffing, mit gewohntem Groove auf. Als Einstieg vielleicht etwas zu wenig Tempo, allerdings waren „Texas Hippie Coalitation“ nie sonderlich schnell. Dennoch hätte der nachfolger „Dirty Finger“ wesentlich besser zum Start gepasst, das ist allerdings aber auch nur meckern auf hohen Niveau. „Let me see your Dirty Finger in the Air“ haha. Großartig. Der Song ist eine reine Groove Granate, die ordentlich Laune macht und genauso wenig zimperlich geht es auch in „Bring it Baby“ zu. Das Ding ist ein schlichter, mit Tempowechsel versehender Groover. Typische THC Kost. Erst mit „Ride or Die“ und später „BullsEye“ erden sich die Texaner selbst und bringen arkustisch begleitete Balladem an den Start. Big Dad Ritch beweist hier abermals, das er auch wirklich singen kann, trotz aller Outlaw Gröhl Attitüde. „Tounge Like A Devil“ und „Stevie Nicks“ reihen sich ebenso wie schon „Moonshine“ in die Midtempo Klopfer ein. Melodisch, groovig, gut. Das ordentlich Bass wummernde „Tell From The Ground“, ist wohl das fetteste Stück auf „High in the Saddle“ und erinnert genauso wie der flotte Rausschmeißer „Blue Lights On“ an THC Anfangszeiten. Rauer, ungeschliffener Desert Rock! Lediglich „Why Arent’t you Listening“ hat mir nicht sonderlich zugesagt. Der Song war mir etwas zu experimentell.

Unterm Strich haben sich THC ordentlich gemacht und präsentieren sich frischer und ausgereifter dernje. Man hat an Ecken und Kanten geschliffen, etwas mehr Melodic mit herein gebracht und dennoch zu keiner Zeit den rauen Stil vermissen lassen. Genau SO muss sich eine Band verbessern, ohne weichgespülten Mist für die Massen zu produzieren und von einer Weiterentwickelung zu faseln, die nicht stattgefunden hat. THC machen demnach alles richtig und sind schon längst kein Geheimtipp mehr. Großartig!

Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.