Eluveitie – Ategnatos

Die Schweizer Folk Metaller von Eluveitie hatten es in den letzten Jahren nicht. Ein rapider Besetzungswechsel aufgrund innerer Streitigkeiten, sorgte meinerseits nicht gerade für große Hoffnung darauf, das die Band nochmal zu alter Stärke zurück findet. Doch am schönsten ist immer die Tatsache, wenn man sich glücklicherweise geiirt hat und das ist in dem Fall „Eluveitie“ mal deutlich der Fall. Das neue Album „Ategnatos“ klingt so herrlich frisch und motiviert, wie schon lange nicht mehr. Vielleicht hatte die Trennung daher auch was gutes, denn die neue Spielfreude merkt man dem Album auch richtig an. Gleich der Titeltrack überrascht mit einem brachialen Mix aus, Dialoglastigen Intro, epischer verträumter Instrumentalnummer und fettem Metal-Sackpfeifen-Brecher. Man könnte den Song quasi in Drei Teile zerlegen und jeder ist für sich gelungen. Das nachfolgende „Deathwalker“ ist enorm mitreißend. Brachial, wie Ohrwurmgefährlich zugleich. Der weibliche Gesang von Fabienne Erni braucht sich in keinster Weise vor ihrer Vorgängerin zu verstecken. In „Black Water Down“ kommt ihre Stimme erstmals richtig zum tragen und mischt sich perfekt unter die Death Metal Growls von Sänger Christian Glanzmann. Anna Murphy sollte daher kaum vermisst werden. Im Allgemeinen macht das Zusammenspiel von Melodic Death Metal Riffs, Flöten, Sackpfeifen und Drehleiern, eine enorm starke Figur. „A Cry in the Wilderness“ ist ein wahres Folk Metal Massaker, das zwischenzeitlich nur von sanften Arkustik-Lauten-gezupfe geerdet wird. Metalcore Einflüsse lassen sich hier auch nicht so einfach von der Hand weisen, zumal die totale Zerstörung am Ende des Songs richtig auf die 12 drückt. Mit „The Raven Hill“ und „Ambiramus“ kommen zwei eingängige Folk Metal Songs zum Mitschunkeln daher, bevor mit „Mine is the Fury“ wieder ein echter Dudelsack Brecher aufwartet. „The Slumber“ wird im Chrous deutlich von Fabienne Erni getragen, während sich „Worship“ sehr langsam aufbaut und in der Mitte zu einem echten Folk Deather entfacht. Mit „Threefold Death“ legen die Schweizer sogar noch einen drauf und erzeugen einen ultrabrutalen Headbanger. Das was Eluveitie hier bisher bieten ist absolute Sahne. Schauen wir auf den die letzten Songs. „Breathe“ kommt erstmals ohne Growls und mit reinen Gesang von Frau Ernie daher. Schöne Folk Nummer! „Rebirth“ lässt die kurze, melodische Pause aber wieder in einem Riffgewitter erstarren. Ähnlich fett wie „Threefold Death“ herrscht hier absoluter Headbangalarm. Und schließlich noch der Rausschmeißer „Eclipse“, der absehen von stürmischen Wind und Regengeräuschen, völlig akapella vorgetragen wird, beendet ein großartiges Album im epischen Ausmaß.

Unterm Strich haben „Eluveitie“ eine Frischzellenkur nach Maß hingelegt. Wer geglaubt hat, der enorme Besetzungswechsel wird Spuren hinterlassen, hat sich weitgehend getäuscht. „Ategnatos“ ist ein fantastischer Folk Metal Kracher und „Eluveitie’s“ bestes Werk seit den letzten 10 Jahren. Absolute Empfehlung!

Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.